Aber
zuerst: Bafoussam, Jamilas Geburtstag.
Wir
also wieder so: "Los ihr Shisong-Freiwilligen und sonst alle,
die gerne kommen möchten, übernachtet bei uns!", "na,
klar".
Darauf
so: "Essen, schlafen, frischmachen, eine Stunde auf unser Taxi
warten, Bus nach Bafoussam nehmen, schöne Landschaft,
Polizeikontrolle... Und BÄM alles wieder französisch, na klasse."
Das
fasst meiner Meinung nach die Hinfahrt nach Bafoussam zusammen, wir
hatten mal wieder Besuch, fuhren gemeinsam zu Jamila und Marie und
alles, einfach alles was lebt und kräht, lebt und kräht auf
französisch. Selbst unbelebte Dinge wie Schilder, Pfosten und Auto
lassen sich mit französischen Wörtern schmücken. Dabei muss ich
ganz ehrlich zugeben, dass es mich diesmal eindeutig weniger
"gejuckt" hat. Spricht ein Verkäufer kein englisch,
dann kaufe ich nicht bei ihm ein, weiß ein Taxi nicht wohin ich
will, lass ich andere sprechen, verstehe ich immer noch kein Wort,
was auf dem Werbeschild dort oben steht, dann weiß ich es eben
nicht.
Aber
ich lenke ab, Jamila und Marie holten uns von der Chefferié in
Bafoussam ab, mit ihnen kam auch ein älterer Herr, der die beiden
Mädels wohl gerne verfolgt, ihnen aber nichts tut und auch nicht
redet (Etwas gruselig war der Gute schon, vor allem weil er nichts
gesagt hat).
Auf
die Motos, fertig, los ging es dann zur Wohnung der Mädels, ein
riesiges Wohnzimmer, zwei große Zimmer, eigene Bäder und eine
Praktikantin welche kocht. Zugegeben, die Praktikantin kochte, weil
Jamila und Marie sie sie darum gebeten hatten und weil die drei eben
zusammen wohnen, aber witzig war es anfangs schon. Die Praktikantin
ist nebenbei eine Gebärdensprachstudentin und arbeitet im selben
interessanten Projekt wie Jamila und Marie, nämlich in einer
Gehörlosenschule. Die beiden Mädels werden also wahrscheinlich aus
Kamerun wiederkommen und fließend französisch sprechen und
kamerunische Gebärdensprache ...(ist das Wort dafür "zeigen"?!?)
können. Ein Wow dafür!
Gefeiert
wurde der Geburtstag mit Tüten-Vodka und ein paar Becks "Made
in Germany". Es war toll das Alle außer zwei Freiwillige den
Weg auf sich genommen haben um nach Bafoussam zu kommen und dort die
Gesichter der anderen zu sehen. Besonders Maxim und Mimi haben eine
ziemlich anstrengende Route ausgesucht, die beiden Pappnasen kamen
nämlich um zwei Uhr nachts inmitten dem gefährlichsten Gebiet in
Bafoussam an. Nach bezahlen eines Busfahrers und einigen Telefonaten
kamen sie dann in einem verhältnismäßig großen Bus wenigstens in
die Nähe von Marie und Jamila, wie aber sollten wir noch zum Paul
kommen? Es war zwei Uhr nachts, Bafoussam gilt als generell eher
gefährlich und Paul und ich hatten drei Mädels dabei, also den
Busfahrer wieder bezahlt und für 1000F pro Person, also ungefähr
die Kosten für die Fahrt von Bamenda nach Bafoussam, wurden wir vor
der Haustür von Paul abgesetzt. Ein bisschen mulmig wurde mir schon,
als sich jemand gedacht hatte, ich springe mal auf und halte mich
hinten am Bus fest, um ein Stückchen mitzufahren. Ich kam mir ganz
ehrlich wie in einem schlecht gemachten Zombiefilm vor, die Straße
ist kaputt, der Bus wackelt wie verrückt hin und her und ein Zombie
klettert mal eben auf den Bus und versucht unsere Hirne zu futtern.
Als der Zombie nach dem aussteigen aber "Gute Nacht" sagte,
fühlte ich mich eher wie in einer schlecht gemachten Zombie-Komödie.
Es war zum schießen, genau solche Situationen sollte man doch als
Fremder in einem noch fremderen Land vermeiden.
Umso
besser schlief es sich zu dritt in einem Bett, früh aufstehen war
angesagt, wir wollten ja um 12 Uhr wieder bei Marie und Jamila sein
um das Geburtstagsfrühstück nicht zu verpassen. Gesagt, getan, ein
leckeres Frühstück wurde abgehalten, 18 Leute auf einer großen
Decke, diese Decke gefüllt mit Brot, Backwaren, verschiedenen
Aufstrichen, Avocadocreme, Rührei, Früchten und noch einiges mehr.
Nach
einer echt lustigen und schönen Geburtstagsnacht, rief mich um
sieben Uhr unser geliebter Chef Patrick an: "Seid spätestens um
12 in Bamenda, heute treffen wir den Fon."
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| Das einzig schöne Foto von der Party |
Da
Cheffes Wort Gesetzt ist, dackelten wir also langsam alle
auseinander, nahmen ein Moto zum Busbahnhof nach Bamenda. Zwei auf
jedes Moto, mit Gepäck und allerlei. Am Busbahnhof waren wir aber
auf einmal nur noch zu viert, Laura und Jules Motofahrer kannte den
Weg nicht und fuhr einfach zu einem anderen Busbahnhof. Das sollte
uns natürlich nicht stören, viele Wege führen nach Bali, Pauline,
Lea, Charlott und ich nahmen halt das Busunternehmen Mazi Voyages und
Lauri und Jule eben ein anderes. Der Preis von 1000F ist gleich und
die Taxifahrt zum anderen Bahnhof hätte das selbe nochmal gekostet.
Die
Fahrt über wurde viel gequatscht, ich kaufte uns Erdnüsse, die zum
knabbern für zwischendurch verkauft werden, und wir fuhren wieder
über Stock und Stein, Berg und Tal, bis die Skyline von Bamenda
gesichtet wurde. Da wir ja in Eile waren, es schon 13 Uhr auf dem
Wecker zeigte und Patrick uns doch dem Fon von Bali vorstellen wollte
fuhren Lea, Laura und ich geschwind ins Haus zurück, Klamotten
wechseln, frisch machen und so weiter. Da wir aber fast gänzlich
gedacht und gehofft haben, Patrick komme nicht, kam er eben auch
nicht. Und das Obwohl Laura ihn noch in Bamenda im Taxi gesehen hat.
Uns sollte das nicht stören, wir machten uns einen schönen Sonntag
Nachmittag und Abend, hielten ein Mittagsschlaf und liessen uns vor
dem ersten Schultag noch einmal auf der faulen Haut liegen.
Darauf
ging alles furchtbar schnell, früh aufstehen (für meine
Verhältnisse ist 7:00 Uhr früh!), schnell frischmachen, die
Avocados zu einer Creme zerdrücken, schnell das weiche Weißbrot
mampfen und aufi aufi.
Es
ging zu P.S. Njenka. Die Presbyterian School in Njenka, keine 10min
Fußweg. Die Lehrer schienen nett und zuvorkommend, die Kinder froh
und verspielt. Kurz mit dem Schulleiter gesprochen und ab ins kalte
Wasser.
"Goooood
mooorning Teachers, goooood mooorning Friends, bla bla bla, fear of
the Lord is the beginning of wisdom!" "Good Morning, sit
down."
So
fängt die Stunde also in einer protestantischen Schule an, dachte
ich mir. Was wohl noch alles kommt?
Alles
paletti, ich hab mich vorgestellt, eine kleine Runde Hangman mit "Ni
Max" gespielt, sie Namensschilder basteln lassen, ein
Partnerinterview mit den Schülern*innen gemacht, kurz den
Wissensstand mithilfe einer Mindmap abgefragt. Dabei merkt man, dass
alle Schüler*innen ähnlich sind, muss ein Kind auf die Toilette, so
müssen sie alle einmal, traut sich ein Kind etwas zu sagen, wissen
die anderen aufeinmal auch viel mehr, fängt der eine an zu
klatschen, so klatschen sie alle. Der größte Nachteil an den
meisten Schulen hier in Bali ist, dass sie verdammt hellhörige Wände
haben und nur mit Blechdächern ausgestattet sind. Rufen und
Klatschen die Kinder, so hören das die fünf benachbarten Klassen,
regnet es, so hört es die halbe Stadt. Es ist also wichtig sich Ruhe
und Gehör zu verschaffen, ich bin gerade dabei ein paar Mittel und
Methoden auszuprobieren.
Nachdem
die Mindmap halbwegs komplett und Time2be angesagt war, war auch
schon Schluss, meine ersten zwei Stunden in einer kamerunischen
Schule. Das war auch schon mein Stundenplan für Montag, nächste
Woche kommen noch zwei Stunden Time2be hinzu. Ich hab mich aber schon
nach diesen zwei Peanutstunden gefühlt wie nach der 13. Stunde
Sport. Der Magen knurrte, die Stimme war weg, die Beine wollten mich
nicht mehr tragen. Und es war doch erst 11 Uhr...
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| Alle schön brav am Interview ausfüllen |
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| Jede Schule hat ihre eigene Schuluniform, Holy Infant entschied sich für Türkis und Pink. Für Jungs und Mädels. |
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| Sogar Wäsche muss ich nach der Schule noch waschen, Kinder sind immer dabei und heitern einen auf |
Dann
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. Neben ein paar Besuchen beim
Inspector und beim Ba D.O. lief nur Schule und Ausruhen. Noch einige male erklang das "Good morning Teachers, good morning Friends, fear of the lord is the beginning of wisdom." im Schülerchor. Das gehört einfach zur Standardbegrüßung und ich werde es wohl über das Jahr hinweg noch öfters hören.
Patrick
rief uns dann mal wieder an, um uns zu sagen, wir gehen am Freitag
nach Batibo, wenn wir wollen können wir dort Schlafen, am Sonntag
kommt dann endlich Dustin und Lea hat ihren Mitfreiwilligen. Ob das
alles so geschmeidig funktioniert, weiß ich jetzt noch nicht, aber
die Hoffnung stirbt ja zuletzt.
Das
waren die letzten Erlebnisse, wir sollen jetzt noch irgendwann den
Lehrplan und Bücher bekommen, uns bei der Polizei und Brigade
vorstellen und eine Schule wird vielleicht noch gewechselt.
Morgen
ist Freitag, ein Tag den die vorherigen Freiwilligen frei hatten. Wir
haben aufgrund von großer Nachfrage noch zwei weitere Schulen
bekommen und wurden auf acht Schulen aufgestockt. Eine Schule
benötigt keinen ICT-Lehrer und wir sollen deshalb dort nur Sport
unterrichten. Vielleicht werden wir dem aber nicht entgegenkommen und
uns auf sieben Schulen und Time2be konzentrieren. Alles
Verhandlungssache, Patrick war aber nicht abgeneigt uns etwas zu
entlasten.
Im
nächsten Post werde ich versuchen meine Arbeit und meine Aufgaben
für euch ein bisschen transparenter zu gestalten.
Und schließlich noch ein klein großer Wettkampf:
Ersteinmal
zur Situation: Ich muss mich ja irgendwie selbst versorgen. Laura und
ich sind ziemlich gut darin, jeweilige Zutaten in einen Topf zu
werfen und mit ein bisschen Salz und Pfeffer etwas leckeres zu
zaubern. Vorhanden ist ein Gasherd und Töpfe und Pfannen. Obst und
Gemüse gibt es hier reichlich, Dosenwaren aber nicht. Auch Tiefkühlkost ist hier mehr als unüblich.
Das
größte Problem ist einfach die fehlende Milch. Keine Milch heißt kein Käse, kein Quark, keine Sahne, etc. Und darüber stolpert man doch öfters einmal, so eine Scheibe Käse obendrauf und alles wäre in Butter. Hier gibt es zwar
Milchpulver on mass aber Milch ist das nicht wirklich. Da wir drei
gerne und abwechslungsreich Essen, haben wir mittlerweile ein
Rezeptebuch der besten Gerichte angefangen. Da sind jetzt noch einige
Seiten leer, und Ihr habt die Chance die Seiten aufzufüllen.
Der
Wettkampf lautet wie folgt:
Findet
für uns armen Freiwilligen ein leckeres Essen, schickt mir in den
Kommentaren das Rezept und was sonst dazu gehört. Wir werden dann
alle möglichen Gerichte nachkochen und entscheiden welches das Beste
ist. Die Gerichte, ob zum Frühstück, Mittagessen, oder
zwischendurch sollte vegetarisch und köstlich sein. Einsendeschluss ist dann, wenn wir satt sind ;)
Der
oder die Gewinner bekommen eine Postkarte geschrieben, von mir
selbst, und sie dürfen sich darüber gewiss sein unser Rezeptbuch
vervollständigt zu haben.
Ich
freue mich über eure Kommentare und Rezepte, und denkt dran keine Milch (Heul!!).
Noch ein kleiner Nachtrag: Ich habe ein paar Fotos, von Besuch, Wohnung und Schule angefügt. Schaut euch auch mal die letzten Einträge an. Zusätzlich versuche ich gerade eine Galerie zu bauen, das Internet hier ist aber zu langsam um die Seite zu laden. Da denke ich mir noch etwas aus.



