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Donnerstag, 19. Juni 2014

What the fog – is going on?

Schule ist aus. Es regnet fast jeden Tag. Der Chef meldet sich nicht.

What the fog am I doing here? Zeit zum Reisen, Erkunden, Besuchen, Quatschen, Entspannen!

Am 29.05., ein schöner Mittwoch und ein langes Wochenende vor mir, fuhr ich mal wieder nach Kumbo. Kombuianer besuchen, ein bisschen Spaß haben, auch mal aus dem Haus in Bali rauskommen, die Mädels mal unter sich lassen.
Kumbo ist immer sehr ... "entspannend". In Anführungszeichen, da die Fahrt nach Kumbo bedeutet mit acht Menschen für gut zweieinhalb Stunden auszuharren. Am gemütlichsten ist da eigentlich die Rückbank, am besten mit drei dünnen Mamis. Das passiert aber nie, dickere Geschäftsleute teilen sich liebend gerne mit dir das Auto, Vier davon nach hinten, einer von ihnen sitzt schon fast auf dem Schoß des Nebenmannes oder der Nebenfrau. Zwei weiter auf dem Beifahrersitz, am besten etwas dünnere Menschen, sonst kann der Fahrer nur mit Schwierigkeiten schalten, einer, der Dünnste, darf dann nach neben dem Fahrer platz nehmen. Und wer ist in einem Kreis aus gut gebauten Menschen der Dünnste? Natürlich der Max selbst.
Beim Fahrer sitzen bedeutet sich zwischen Schalthebel und Fahrer, rechts unterm Lenkrad einzuklemmen, den linken Arm über die Schultern des Fahrers, den Rechten hinter die Kopfstütze des Beifahrers. Der ganze Körper ist dabei etwas verdreht, da man die Beine irgendwie zusammenklemmen muss, damit der Fahrer das Gaspedal noch erreicht, meine Füße mit Schuhgröße 44 aber auch nicht die ganze Zeit die Bremse bedienen dürfen. Das Lenkrad schabt bei jeder Kurve über die Hose und hinterlässt einen etwa zwei Zentimeter schwarzen Strich auf dieser, das linke Bein schläft ein, dann das Rechte, ein Krampf in dem linken Arm, der rechte Arm beschwert sich dank vollkommenem Taubheitsgefühl nicht, der fällt dann kurz vor Kumbo ab und wächst hoffentlich nach.

Nach den ganzen Schmerzen und Qualen geht die Fahrt dann erst los.

Zweieinhalb Stunden, jede Unebenheit der Fahrbahn, jedes Schlagloch wird ausgenutzt um sich eine bequemere Sitzposition zu erkämpfen, es wird nicht gelingen.
Mein armer Rücken!

Am Abend erreicht Max dann aber doch Kumbo, eine nette Dame (ich gehe davon aus, dass sie nett ist, schließlich ist sie eine halbe Stunde vor Kumbo ausgestiegen und ich konnte einen hinteren Platz sichern, ich danke dieser Dame!) unterhielt mich prächtig während der Fahrt, erzählte mir Sachen, die ich schon wusste, gerne auch drei mal, fragte mich einiges über Deutschland, über mich und dies und das und es war sehr angenehm von den Höllenqualen abgelenkt zu werden.
"Wieso Abend", höre ich meine Leser fragen, "du hattest, als du nach Kumbo wolltest doch den Mittwoch noch vor dir?" Abend deshalb, weil unser Auto beim befahren der Berge vor Kumbo anfing zu Qualmen. Es lief dann ungefähr so: Der Fahrer sammelte alles Wasser der Mitfahrer ein, jede viertel Stunde wurde eine Pause gemacht, dem Wagen Zeit zum abkühlen eingeräumt und unser Trinkwasser in die Kühleinheit eingefüllt. In Jakiri wurde dann der Keilriemen gewechselt und weiter gings.
Das heißt, ich war nicht zweieinhalb Stunden unterwegs, sonder gut vier oder fünf. Am Abend kam ich dann in Kumbo an, mehr oder weniger von der Fahrt gerädert, die Kumbo Freunde wollten trinken, danach noch in einen Club gehen. Ich bin raus!

Die zwei Tänzer, immer in guter Laune.
Beim Bierchen in der Stammkneipe, genannt Password, fing ein Duo plötzlich an zu tanzen. Zwei muskelbepackte Herren, welche wohl aus Yaounde kommen und professionell tanzen, waren mit einem Mobilfunkanbieter in der Nord-West-Region unterwegs und stellten kurz, in einer geschlagenen Stunde, ihre improvisierte Choreografie vor. Der Wahnsinn, die Beiden kombinierten Hip-Hop mit traditionellem Tanz, Nigerianischem Tanz, Breakdance, unglaublichen Kunststücken und kindlicher Komik. Wo haben die das gelernt?
Pauline, Grace und Andrew, wunderbare Kumboianer.

In Kumbo wurde ansonsten gut gegessen, besser getrunken und alle hier und dort mal besucht. Pauline fragt mich dann kurzfristig ob ich sie bei der anstehen Plant-for-the-Planet-Akademie unterstützen könnte. Im Prinzip geht es da um näherbringen von Nachhaltigkeit, ökologisch globalem Denken und dem Pflanzen von Bäumen. Ungefähr 100 Kinder von drei verschiedenen Schulen, 20 Lehrer und einige Freunde kamen, verbrachten den Tag mit Diskussionen, Spielen und Pflanzen von 200 Bäumen in Shisong.
Ein gelungener aber auch anstrengender Tag, besonders für Pauline, die sich wie wahnsinnig Mühe gegeben und diese Akademie eigentlich Alleine organisiert hat und auch einiges an Geld in diesen Tag investiert hat.
Wunderwald in Kishong.
Schwierig waren besonders die Gruppendiskussionen, ich als Diskussionleiter sollte die Diskussionen führen und Anstöße liefern, ganz ohne Gruppenbeteiligung geht es dann aber doch nicht. Dank Anwesenheit der Lehrer, Angst vor dem Fremden Weißen und Zusammenarbeiten mit fremden Kindern musste man sich stark bemühen, Kindern etwa zum Sprechen zu bewegen. Gruppendiskussionen, die eigene Postition verteidigen und Kreativität werden eher vernachlässigt in der Schule. Dort geht es alleine um die Ergebnisse der Klausuren.
Trotzdem war es ein schöner Tag, ein bisschen mit der Green-Care-Association, der NGO Paulines, zusammengearbeitet, ein paar neue Leute kennengelernt, den Kindern einen spaßigen Tag bereitet.

Langes Wochenende vorbei, zurück ins Auto, nach Bamenda. Wieder eine Verspätung: Ein Mitfahrer hat dem Fahrer angedroht, in Sabga sei er ein toter Mann. In Ndop zur Polizei gefahren, gut eine Stunde gewartet bis der Fahrer aus dem Verhöhrsaal kam und es weiterging.

Woche verging und am Freitag dann so: Lass uns doch nach Kumbo fahren!
Florian am Grillen, im Hintergrund der Sohnemann Juri.
Diesmal aber nicht direkt nach Kumbo sondern etwas weiter nach Kishong. Florian und Mona, die deutschen Ärzte hier in Bali, wollten mal ein Wochenendausflug unternehmen, die Kinder packen und irgendwo in den Wald. Ein Freund empfahl Ihnen ein Haus in Kishong. Also diesmal mit den Mädels Laura und Lea in dem klimatisierten Jeep mit der jungen Familie nach Kumbo, wir fuhren kaum länger als zwei Stunden.
Endlich mal wieder Backen!
In Kishong dann das Haus: erbaut 1928 von der Baseler Mission, mittlerweile wird es von dieser nicht mehr benutzt und gehört zu der evangelischen Kirche in Kishong. In der Küche ein alter Ofen, so ein dicker weißer, einmal Feuer am morgen und man kann den ganzen Tag kochen und backen, wandaful!
Der Kleine, mit Spiegeleiern am Braten.
Eigentlich hätte der Ofen ausgereicht, aber auch der Rest des Hauses, die Umgebung und alles dort war einfach perfekt für ein kleines Wochenendchen. Mitten im Wald, vorm Haus eine kleine Wiese, genug Betten für alle, und den ganzen Tag einfach nichts tun, Brot backen, Grillen, entspannen.

Und schon wieder verging eine Woche, förmlich wie im Fluge, denn ich kann mich kaum an diese erinnern. An das Wochenende kann ich mich aber noch erinnern, ich war in Batibo – Guzang, meinen alten Kassler Kumpanen besuchen. Er lebt seit Leas Einzug in Bali alleine in seinem riesen Haus und freut sich, wenn ich mal vorbei komme, wir uns einige Booster (Whiskey-Cola-Mischgetränk) teilen und über Männerdinger sprechen. Am Abend meiner Ankunft wurde ich dann auch gleich von Ihm und seinen kamerunischen Freunden empfangen, wir verzehrten ein paar Poff-Poffs mit Bohnen und tranken in einer gemütlichen Runde unsere Getränke.Felix, ein super netter Kerl, gute 40 Jahre alt aber immer noch genau auf unserem Level, begrüßt mich dort immer mit "My Brother from another Mother". Yeah!
In Kamerun ist es üblich, Runden zu geben, für alle die gerade mit dir am Tisch sitzen, auch wenn es eben Freunde von Freunden von entfernten Verwandten sind. So kam es zu der Situation, dass mein viertes Bier schon bei mir Stand, ich aber noch beim Zweiten war. Manchmal wirkt es dann schon etwas wie ein Saufgelage.
Der nächste Morgen, die Leber und der Kopf noch voller Castel (das beste Bier hier), nahm uns Fredrik mit nach Ashong, etwas 30 Minuten von Guzang, und wollte dort im Namen seiner Organisation mit den örtlichen Bauern eine Farmergruppe aufbauen. Solche Gruppen funktionieren ähnlich wie Vereine in Deutschland, man bildet Interessengruppen und vertritt diese Interessen als Vereinigung, um eine stärkere Position einzunehmen und Vorteile zu ergattern. Die nun selbsternannten Produzenten waren begeistert, Fredrick versprach, dass man in fünf Jahren Tomaten aus Ashong in jedem Supermarkt in Deutschland kaufen könne. Das wär doch was.

What the fog? Ich ungefähr 15 Meter von der Kamera.
What the fog? Kaum fuhren wir nach Ashong kam mehr und mehr Nebel, wir waren in den Wolken. Nebel so dicht, so feucht, Sichtweite von ungefähr 20 Metern. Der Torwart auf dem Fussballfeld auf dem ich stand könnte weder den Ball, noch Spieler noch das gegnerische Tor sehen. Es regnete nur unter Bäumen, Wasser kondensierte an den Blättern und der Wind lies es dann nur unter Bäumen regnen. Der ganze Nebel, blendend hell, ich war fasziniert. Leider ist sowas schwierig mit der Kamera aufzunehmen, man sieht ja einfach nichts...

Zurück in Bali aber wartete Arbeit auf uns. Wir müssen uns nach einem neuen Arbeitgeber für die zukünftigen Freiwilligen in Bali umsuchen. Die Arbeit mit CAMAAY und Patrick ist wenig zufriedenstellend, es geht viel viel um Geld beschaffen und wenig um die eigentliche Idee des kulturellen Austauschs und der Bildung von Unten. Da Patrick kaum motivation zeigt, dies zu ändern, muss diese Organisation eben fallengelassen und nach einem besseren Arbeitgeber gesucht werden. Den haben wir mittlerweile auch schon gefunden, Victor Bame ist Abgeordneter für Jugendarbeit und ein wirklich motivierter, netter und witziger großer Mann. Er zeigt Interesse an der Zusammenarbeit mit dem IB und hat schon Erfahrungen in der Arbeit mit Freiwilligen der amerikanischen Peacecorps. Hört sich also super an.

Gerade Gestern dann ein Tagesausflug nach Bamessing. Wir durften auf unserem Cheffe warten, baten ihn, bis 12 Uhr zu kommen, danach würden wir losgehen. Er kam nicht.
Also auf nach Bamenda, Taxi nach Bambui, dann Sabga.
Sabga ist eine kleines Dörfchen Richtung Kumbo, etwa eine dreiviertel Stunde von Bamenda. In Sabga (wo mein ehemaliger Fahrer sterben sollte) ist die Landschaft hügelig, in jeder Richtung sind riesige Felsformationen und Berge, überall saftig grüne Wiesen. Gute Wiesen bedeutet gutes Vieh, Viehhalter sind großenteils Fulani hier, Muslime aus dem Norden. In Sabga leben viele viele Fulani und das Dorf hat eine lange muslimische Tradition. Und das beste: sie Produzieren auch noch Käse! Wir kauften nur kurz einen echt teuren Käse und fuhren weiter nach Bamessing.

In Bamessing, gleiche Landschaft, wunderschön, hat sich Prespot niedergelassen. In ganz Bamessing wird getöpfert, wie verrückt. Prespot gehört zu Prescraft, eine evangelische Organisation, die die traditionelle Handwerken in Kamerun unterstützt und vermarktet. Allet Fairtrade und Bio und so. Prespot ist der Ableger, in dem die ganzen Tonwaren hergestellt werden. In Bali ist der Hauptsitz der Holzverarbeitung und Masken und Stühle etc. von Prescraft.
Neben der Töpferei gibt es bei Prespot einen Laden und ein Gasthaus, bei dem wir ausgelassen aßen, mit Honig, Margarine und Käse, dafür waren wir ja unterwegs.
Das war dann auch schon der Tag, einmal Käseessen gegangen.

Da bin ich, langsam aber stetig kommt der Tag der Rückkehr näher, eben regnete es noch aus allen Kübeln, gleich wollen wir zu Time2be mit Kindern spielen. Danach noch nach Bamenda. Der Tag vergeht, ich komme!

Liebe Grüße aus Bali, genießt euren Sommer.



Mittwoch, 29. Januar 2014

Step by Step to a Nonviolent Education

Ein kleiner Artikel über die Arbeit und ein Spendenaufruf.

Was macht denn so meine Arbeit? Time2be läuft, die Kinder bekommen jeden Montag und Donnerstag Laura und Max auf einen Platz gesetzt und müssen spielen. Fussball, Handball, Dodge (ein echt gutes kamerunisches Spiel, ein Kind muss einer Socke gefüllt mit Erde, Sand oder weiteren Socken ausweichen); Springseile, Wettkämpfe, Parkour, Spiele wie "Fischermann, Fischermann", "Drachenjagd" oder "Kettenfangen", Kartenspiele wie "UNO" oder Blackjack und als absolutes Highlight: Papier und Buntstifte, manchmal Mandalas, mit Vorlagen oder einfach nur frei Schnauze. Das Papier bezahlen wir bis jetzt aus unserer Tasche, das wird aber langsam Teuer, ein Päckchen mit 200 Blatt kostet ungefähr sieben Euro, lassen wir Mandalas kopieren kosten hundert Kopien ungefähr vier Euro. Buntstifte haben wir zum Glück noch, die werden aber auch immer weniger und weniger.

Die Schulen schleppen sich so her, vieles was von uns erwartet wird, also im Lehrplan steht ersehen wir als sinnlos an so zu unterrichten, wie es unsere Möglichkeiten hergeben. So sollen die Schüler*innen zum Beispiel am Ende des Jahres erklären können, wie sie bei einem Text die Schriftart, -größe und die gesamte Formatierung ändern können, ein Computer haben sie deshalb aber noch lange nicht angefasst. Wir versuchen einerseits, so zu unterrichten, das die Kinder das gelernte auch verstanden haben, nicht nur auswendig gelernt, und das sie das Wissen später auch anwenden können. Von Gregory haben wir ja zugesichert bekommen, den Computerraum von Ashia in Bali zu benutzen, bis jetzt fehlte uns aber die Zeit, dies zu organisieren. Die Tests schreiben wir mittlerweile am Computer und lassen sie drucken, für unsere ungefähr 500 Schüler macht das pro Testsequenz 15 Euro.

Unser Gardening-Projekt ist mit einem kleinen Feld angelaufen, mittlerweile wachsen Karotten, Okrah-Schoten, Grüne Bohnen und Wassermelonen vor sich hin, glücklicherweiße haben sich die umliegenden Feldbesitzer zusammengetan und ein Loch graben lassen in dem sich nun Wasser sammelt, wir dürfen das Wasser mitbenutzen.

Unsere letzte große Aufgabe war ein "non-violent education"-Projekt (Gewaltfreie Erziehung) an der Holy Infants School. Die ganze letzte Woche kamen wir an diese eine Schule (echt erholend, wenn man sonst täglich die Schule wechselt) und haben über Gewalt, die Ursachen, Auswirkungen und Alternativen jener geredet. Wir haben mit den Lehrern Meetings gehalten, ihnen alternative Methoden vorgeschlagen und sie erarbeiten lassen, was man ändern kann und wie man dies ändern kann. Wir haben zusammen mit den Kindern Klassenregeln aufgestellt, ein Plakat gebastelt und sie unterschreiben lassen. Zusätzlich haben wir noch in allen Klassen ein Belohnungssystem eingeführt, gute Schüler*innen sollen durch einen positiven Vermerk auf einem Plakat dafür gelobt werden, das sie eben gute Schüler sind. Bald werden wir uns auch zusammen mit den Eltern in einer Art Elternabend wiederfinden, denn nur zusammen, Schüler, Lehrer und Eltern, kann eine gewaltfreie Erziehung wirklich funktionieren.

Aber wieso sprechen wir das Thema überhaupt an? Wir erleben immer wieder, das Kinder mit dem Stock geschlagen werden, meist auf den Handinnenflächen oder dem Kopf. Und das nicht nur von den Eltern, sondern auch den Lehrern, großen Geschwistern oder "Freunden". Das geht natürlich so weit, das sich auch oft die Kinder schlagen, die großen die Kleinen oder auch egal wer mit wem, hauptsache der andere tut danach, was "Ich" ihm sage.
Nun ist es nicht so das die Kinder bleibenden physischen Schaden davontragen, der Schmerz ist kurz und knackig, aber der Sinn dahinter bleibt uns doch etwas verschlossen. Meist wissen auch die Kinder nicht genau, was sie eigentlich falsch gemacht haben, sie wissen nur, dass sie irgendetwas felsch gemacht haben.
Das bringt uns dann zum Punkt "Gewaltfreie Erziehung". Wir möchten gerne auf dieses Thema aufmerksam machen, möchten möglichst viele Personen, Gruppen und Authoritäten auf dieses Thema bringen und wenn möglich, Step by Step (Schritt für Schritt) den Kindern eine etwas gewaltfreiere Erziehung ermöglichen.

Und das machen wir mit einem Positivbeispiel: gerade heute fragten wir die Lehrer der Holy Infants School wie es gelaufen ist, eine Woche ohne schlagen, mit anderen Methoden, ohne Gewalt, ohne Stock.

Die Antworten fand ich nach einer Woche schon überraschend: (kurzgefasst)

What difficulties did you face? (Welche Schwierigkeiten sind aufgetreten?)

"The kids are more "free". They are more stubborn now."
"Die Kinder waren eher ungehemmt, sie sind dickköpfig."

What did change in general? (Was hat sich im allgemeinen geändert?)

"They are also more free to participate in class, ask more questions and are not afraid to say something wrong."
"Die Kinder haben aber auch viel weniger Hemmungen sich in der Klasse zu beteiligen, sie fragen mehr und haben weniger Angst etwas Falsches zu sagen."

Und für mich die schönste Antwort: "Die Kinder sind jetzt freundlicher."

Das gibt uns den Anreiz, das ganze zu zeigen, wir marschieren am Tag der Jugend am 11. Februar mit einem Banner "Step by Step to a non-violent education", tragen T-shirts mit diesem Spruch und wollen Flyer verteilen, möglicherweiße noch etwas im örtlichen Radio sagen. So ists der Plan, an was das ganze scheitert: am Geld.
CAMAAY ist eine NGO und bezieht deshalb kein bis kaum Geld von der Regierung und ist auf Spenden angewießen.

Was wir noch brauchen sind die T-shirts und Flyer. T-shirts wollen wir für ungefähr 25 Kinder und uns bedrucken lassen, von den Flyern wollen wir gut 1000 drucken lassen.


Deshalb benutze ich diesen Artikel als kleinen Spendenaufruf. Wer Laura und mich mit einer kleinen Spende unterstützen möchte, kann diese auf folgendes Konto (s.u.) überweisen.

Max Mosig
Kto: 1019301264
Blz: 120 300 00
Deutsche Kreditbank AG
Verwendungszweck: Spende an Time2be / Gewaltfreie Erziehung

Auch schon kleine Beträge helfen uns sehr, über Sachspenden an unsere Postbox freuen wir uns natürlich auch riesig.

Laura Liebler, Max Mosig
76997102
P.B. 166 Bali
North-West-Region
CAMEROON

(Am besten einfach draufschreiben "Bibles for Children" oder "God bless this package", dann soll es schneller gehen.)

Danke und liebe Grüße



Dienstag, 24. September 2013

"The fear of the Lord is the beginning of wisdom". Außerdem: Die Deutsche Botschaft in Paris

In diesem Beitrag gebe ich meiner Arbeit und meinen Aufgaben ein bisschen Raum.

Zuerst, besonders damit ihr ein schärferes Bild von Bali und meinem Alltag habt, wollte ich euch ein bisschen über Bali näherbringen. Der folgende Absatz ist aus Erzählungen und Unterhaltungen mit Balianern zusammengefasst. Ich kann für die Richtigkeit nicht bürgen, und auch nicht im Internet recherchieren, dort gibt es nämlich kaum bis keine Quellen über Bali.

Bali


Bali entstand wohl Anfang des 19. Jahrhunderts, eine Volksgruppe aus dem heutigen Nigeria wurde vertrieben und suchte lange nach einem geeigneten Ort und einer Heimat. Auf dem Weg zum heutigen Bali gab es viele Kämpfe und die Balianer wurden oft vertrieben, vom einem zum anderen Fleck. Nach einiger Zeit Starb der König dieser Gruppe, sein Sohn sollte das Volk in die neue Heimat führen, er war aber noch ein Baby (vielleicht auch noch im Bauch der Mutter, ich weiß es nicht genau). Da einer die Führung übernehmen musste, führte die Frau des verstorbenen Fons, genannt Nyonga, ihr Volk zum heutigen Platz vor dem Fon Palast. Hier konnten die Pferde weiden, das Volk Häuser bauen und sich ansiedeln.
Das ist auch der Grund, warum Bali mit vollem Namen Bali Nyonga heißt, Nyonga wurde dadurch gedankt, das sie einen „halben“ Fontitel bekam, bis ihr Sohn alt genug war. Im Prinzip ist Bali also von einer Frau gegründet wurden, auch wenn es ein Privileg der Männer ist, Fon zu sein und solche Entscheidungen zu treffen.

Ein paar Randinfos zu Bali noch:
In Bali, besonders in Njenka, leben viele Muslime. Zwar ist das Christentum die Staatsreligion aber traditionelle Religionen, andere Religionen oder sonstige Glauben sind in Bali akzeptiert. Deshalb gibt es auch viele Ortsteile, jedes mit eigener Tradition und unterschiedlichem ethnischem Hintergrund. Es gibt also einen „First-Class“ Fon, der Fon von Bali, und dann noch 17 „Second-Class“ Fons, für jeden Stadtteil und Völkergruppe einen.

Bali ist bekannt für die gute Universität in der North-West Region. Die Uni ist ca. fünf Minuten von unserem Haus entfernt und wurde irgendwann in den 20ern eröffnet. An sich scheint Bali eine ziemlich „gebildete“ Stadt zu sein, kann eine hohe Anzahl an Schulen nachweisen und hat einen vergleichsweise niedrige Analphabetenrate.
Das Gesundheitssystem ist gut ausgebaut, es gibt fünf Kliniken in Bali und sonst in Bamenda einige Krankenhäuser.
Zusätzlich soll das Stromnetz eines der besten in der North-West Region sein, durch die N6 nach Nigeria ist Bali auch Straßentechnisch gut ausgebaut.

Im Anschluss noch eine beschriftete Karte vom lieben Google.
Ich hoffe ihr klickt euch mal ein bisschen durch und bekommt ein bisschen Gefühl für meine Euphorie für Kamerun.




(Klick einfach auf das Bild und schnupper rum. Du kannst auch hier klicken.)


Camaay


Wie schon kurz beschrieben, bin ich in der Organisation "Cameroon Association of Active Youth" kurz CAMAAY tätig. CAMAAY ist eine kleine Organisation mit Sitz in Bamenda und hat sich der Unterstützung der Jugend, besonders minderpreviligierten und dörflich lebenden Jugendlichen, verschrieben.
Das Ziel von CAMAAY ist es, einen Geist von Teilnahme in Selbst- und Gemeinschaftsentwicklung zu bilden. Der Fokus liegt auf die Verminderung von Armut, Krankheit, Ignoranz, Kriminalität, Drogenmissbrauch und die Unterstützung von Frieden, soziale Stabilität, Alphabetisierung und schulischer Erziehung.

Die Kernwerte, die CAMAAY vertritt, sind:
  • Ausdruck der menschlichen Notwendigkeit, Gutes zu tun und soziale Gerechtigkeit zu fördern.
  • Entwicklung als ein stärkenden Prozess ansehen, sich auf das Mitwirken der Menschen und Bildung von autonomen Gruppen und Individuen konzentrieren.
  • Engagement für nicht-authoritäre Strukturen und demokratische Prozesse innerhalb der Organisation.
  • Auf die Verminderung von Armut in dörflichen Bezirken durch jeweilige Unterstützung für die Gemeinschaft hinarbeiten.
  • Die Teilnahme von Jugend und Kindern als Notwendigkeit für eine nachhaltige Entwicklung ansehen
(Der Absatz ist eine Teilübersetzung eines Briefes, den unser Chef für eine Schulpartnerschaft geschrieben hat. Wer mehr Informationen über CAMAAY möchte, schaut sich auf der Internetseite connectingCAMAAYsap nach mehr Infos um.)

Diese Organisation und ihre Projekte werden also mein Jahr bestimmen und ich werde diese Unterstützen.



Zur Zeit sind wir, Laura und ich, für drei Projekte zuständig.
Die werde ich einmal versuchen Euch vorzustellen:

Time2be


Time2be ist ein Nachmittagsprogramm für Kinder und Jugendliche in Bali. Zwei mal in der Woche geben wir den Kindern Zeit und Raum sie selbst zu sein, also „Zeit zu sein“. Von 3.00 Uhr nachmittags, bis ca. 5.00 Uhr, stehen Laura und ich an verschiedenen Schulen für sie bereit, spielen mit Ihnen, geben Ihnen Fußbälle, Handbälle, Basketballbälle etc., arrangieren Tourniere oder Wettbewerbe, stellen Papier und Stifte, Knete und Malkästen um die Kinder einfach mal Kindern sein zu lassen. Nach dem Motto „Children have the right to play“ versuchen wir sie in den zwei Stunden richtig Kind sein zu lassen.
Time2be findet Montags um 3.00 Uhr an der Presbytarian School in Njenka, also fast um der Ecke, am Donnerstag um 3.00 Uhr auf dem Fußballfeld der Staatlichen Schule in Central-Bali.

Letzten Montag hatten wir zum ersten mal Time2be. Es fanden sich gut 100 Schüler auf dem Platz vor der P.S. Njenka auf, die meisten warteten auf uns nach Schulschluss, einige konnten nicht kommen, weil sich auf dem Feld oder sonstwo ihren Eltern helfen mussten.
Nach dem arrangieren von zwei Fußballteams, für alle die Fußball spielen wollten, und das war der Großteil, eine Handballgruppe, eine Malgruppe und ein paar Kinder, die sich auf dem Spielplatz oder wo auch immer beschäftigt haben, lief alles am Schnürchen. Laura malte mit den Kindern im Klassenraum, während ich das wilde Treiben der Kinder draußen genießen und hier und da mal ein weinendes Kind zum lachen bringen durfte.

Gardening


Im Rahmen unserer Lehrertätigkeit an den sieben Schulen, sollen wir noch ein Gardening-Projekt durchführen. Wir bekommen direkt an den Schulen einen kleinen Garten, in Form von Acker, gestellt und sollen den Kindern Verantwortungsbewusstsein, Nachhaltigkeit und Interesse an Feldarbeit näherbringen. Vermutlich bekommen wir Samen gestellt und versuchen diese zu vervielfältigen um diese den Kindern wiederum auszuteilen, damit sie eigene kleine Felder in der nähe ihres Hauses anlegen können. Dies soll die finanzielle Lage der Familien verbessern und die Kinder zur praktischen Arbeit anregen.
Laura und ich wollten noch den Aspektpunkt des Kompostierens und biologischen Düngens miteinbeziehen, viele Feldarbeiter düngen wohl allein aus Effizienz und Gewinn mit aggressiven chemischen Düngern.
Dieses Projekt soll in ungefähr einen Monat losgehen, komischerweise zum Anfang der Trockenzeit, und Laura und ich haben noch gar keine Ahnung, welche Samen, wo und wie man überhaupt irgendetwas pflanzt. Na Petri heil.

Put a smile on the face of an epileptic child


„Put a smile on the face of an epileptic child“ ist ein Projekt in dem versucht wird, Kindern mit Epilepsie ein normales Leben zu ermöglichen und sie durch Spiele und Sport in die Gesellschaft zu integrieren.
Zum einen besteht Aufklärungsnot in der Gesellschaft selbst, die Menschen, besonders in ärmeren und ländlicheren Regionen, wissen schlecht mit der Krankheit umzugehen und einige wenige glauben an Hexerei und Teufelswerk, wenn sie einen epileptischen Anfall sehen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollten. Deshalb werden auch heute noch viele epileptische Kinder abgestoßen oder dürfen keine Schulen besuchen. Durch Sport, besonders Fußball, und integrative Aktionen versucht CAMAAY zu zeigen, welche Möglichkeiten verloren gehen, wenn man epileptische Kinder nicht beachtet und damit ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken.
Weitergehen wird versucht epileptische Kinder selbst zu sensibilisieren, damit sie offen über ihre Krankheit reden, mit dieser umgehen und sich Hilfe und Ansprechpartner suchen können.

Unsere Aufgabe wird es sein, ein Weihnachtsfest für epileptische Kinder und ihren Familien zu organisieren. Dazu gehört Programm, Speiß und Trank und als krönender Abschluss auch eine kleine Bescherung. Wie genau das ablaufen wird, besprechen wir in den nächsten Tagen mit Patrick.

Und Schlussendlich,

die Schulen.

Wie schon beschrieben, deshalb auch der Titel dieses Blogartikels, begrüßen die Schüler Lehrer und Besucher mit "Good Morning Teacher, Good Morning Friends, the fear of the lord is the beginning of wisdom." Mich schauerts immer bei dem Gedanken, und denke mir, genau da hört Weisheit doch auf und dort fängt der Glauben an. Aber es ist so wie es ist, die Schüler haben jeden Morgen eine Andacht und gehen auch Sonntags oft in die Kirche oder irgendwann in die Moschee. Hier in Bali, und ich denke in Kamerun generell, gehört Glauben eben zum täglichen Leben. Ich wurde bis jetzt netterweiße verschont mit Kirchgängen, hitzigen Diskussionen, warum ich nicht in die Kirche gehe, und und und.

Im Folgenden gleichzeitig Stundenplan und eine kleine Beschreibung zu den Schulen, jedenfalls soviel, wie ich nach zwei Wochen aufschnappen konnte.

Montag
P.S. Njenka – Presbyterianische Schule Njenka
9.00 – 10.00 ICT (Informationen & Communication Technology)
10.00 – 11.00 Sport

15.00 – 17.00 Time2be auf dem Platz der P.S. Njenka

Die P.S. Njenka ist eine kirchliche Privatschule. Auf dem Komplex befinden sich die Klassen 1-6, eine Kindergartenklasse, eine große Wiese und ein von den ersten Freiwilligen in Bali gebauter Spielplatz. Der Schulleiter ist ein sehr netter Mann, der aber auch einmal durchgreifen kann. Der Unterricht gestaltet sich als eher schwierig, da viele Schüler, besonders in Lauras 5. Klasse, nur schlecht lesen und schreiben können. Die Kinder sind aber aufgeweckt und gut drauf und haben im Sportunterricht alles gegeben.
Diese Schule verdient einen Pluspunkt, weil sie nur etwa zehn Minuten gemächlicher Fußweg von uns entfernt liegt und die meisten Kinder in unserer direkten Umgebung wohnen.

Time2be war wie oben beschrieben eine tolle Erfahrung und ein guter Start. Es waren gut 100 Kinder gekommen und alle haben gut miteinander gespielt, es wurde fast zwei Stunden lang Fußball gespielt, gemalt, und gerannt. So kann das gerne weitergehen!

Dienstag
BNPS Alpha – Zweisprachiger Kindergarten und Grundschule Alpha
9.00 – 10.00 ICT
10.00 – 11.00 Sportunterricht

Diese Schule ist ein großer Gegensatz zu der Schule am Montag, die Kinder können gut lesen und schreiben, berichtigen sogar den Lehrer bei Fehlern, nehmen aktiv am Unterricht teil und bearbeiten Aufgaben schnell und korrekt. Mit ihnen macht das Unterrichten sehr viel Spaß.
Der Sportunterricht war hingegen fast eine Katastrophe. Ein Wettkampf wurde wirklich zum Kampf und allzuviel Autorität hat ein mancher nicht, wenn er keinen Fußball herzaubert. Dort müssen wir uns noch etwas überlegen, noch so eine Horrorstunde möchte ich nicht haben. Unsere Rallye jedenfalls wurde nach ein paar Anläufen etwas umgekehrt, am Ende gab es eben keine vier Teams, die gegeneinander antraten, sondern eine lange Reihe. Jedes der 60 Kinder rannte einmal im gewünschten Schritt und alle haben gewonnen. So war es schon viel besser.
Nach dem Sport, lied uns der Schulleiter Peter zu einem Palmwein ein. Palmwein wird hier gerne früh getrunken, 11 Uhr ist eine gute Uhrzeit, da er dann noch frisch und süß schmeckt und noch wenig Alkoholanteil hat. Im Verlaufe des Tages gärt der Palmwein und wird sauer und mit guten 20% bestückt.

Mittwoch
G.S. Bali Town Group II – Staatliche Schule Bali Gruppe II
9.00 – 10.00 ICT

Wuhuuuu, der Schulleiter ist ein ganz komische Kauz. Er wartet gut und gerne mal 20 Sekunden, bis er dir antwortet, redet etwas verwaschen und nuschelig und hat dann noch so eine komische Mimik.Wie sollen denn dann bitte die Kinder sein? Super! Die Kinder sind toll, machen gut mit und haben „Lust“ auf dich. Auch der komische Kauz ist eigentlich ein netter komischer Kauz, komischerweise. Trotzdem möchte ich mit diesem Schulleiter am wenigsten zu tun haben. Die anderen Lehrer sind nett und bis jetzt ist alles Paletti. Hier findet Time2be am Donnerstag statt.

Holy Infant School – Heiliges Kleinkind Schule(ob das wirklich eine gute Übersetzung ist?)
10.30 – 11.30 ICT
Diese Schule ist unbeschreiblich ….. schön gelegen. Der Schulhof ist ein kleines Plateau, welches einen wunderschönen Blick in Richtung Berge und Tal öffnet (ich vermute Richtung Westen). Man sieht den großen Berg Oku, ein paar kleinere Hügel und eine weite weite Landschaft, Regenweld wohin das Auge reicht. Und dort turnen die Kinder mit ihren Pink-Türkisenen-Schuluniformen. An die Farbenkombination werde ich mich so schnell nicht gewöhnen aber zum Glück ist es dunkel im Klassenraum.
Zu der Klasse kann ich noch nicht viel sagen, da ich Klasse 5 und 6 beim letzten mal unterrichtet habe. Der Schulleiter und die Lehrer sind aber sehr nett und wirken familiär freundlich. Valentin, der Schulleiter ist noch Jung und könnte auch ein echt guter Freund sein.

Donnerstag
G.S. Bali Town Group I – Staatliche Schule Bali Gruppe I
8.30 – 9.30 ICT

Direkt gegenüber von G.S. Bali Town Group II und ähnlicher Aufbau. Der Schulleiter ist nett und sehr engagiert und interessiert in das Gartenprojekt. Ansonsten ist alles gut, nichts negatives zu berichten. Der Vorteil dieser Schule: sie teilt sich mit Group II ein großes Fußballfeld mit Toren und liegt zentral direkt am Markt. Wann immer wir in der Stadt sind, findet sich ein Kind aus Group I & II das uns Hallo sagt.

G.S. Njenka (Mom) - Staatliche Schule Njenka
10.00 – 11.00 ICT

„Ab in den Busch!“ haben unsere ehemaligen Freiwilligen zu dieser Schule gesagt. Da dachten wir uns, laufen wir doch einmal hin, über Stock und Stein, mehreren Flüssen und Ameisenverkehrsstraßen durch den tiefsten Regenwald durch, irgendwann nach gut 30 Minuten Marsch erreicht man die G.S. Njenka, die aber von jedem irgendwie G.S. Mom genannt wird. Der Schulleiter ist wieder nett und heiß uns herzlich willkommen, eine Lehrerin hat eine geeignete Ehefrau für mich und die Kinder sind schüchtern aber interessiert. Die Aussicht ist hier wieder herrlich. Max kann den Berg Oku dann von einer anderen Perspektive sehen und halb Bali beobachten.

Time2be an der G.S. Bali Town Group II
15.00 – 17.00

Zweimal in der Woche ist Time2be. Am Donnerstag dann auf dem großen Fußballfeld am Markt. Dieses Time2be steht noch aus, und ist für Kinder, die eher im Zentrum von Bali leben und Njenka zu weit entfernt ist.

Freitag
G.S. Gungong
13.00 – 14.00 ICT

Die böse Inspektorschule. Wieso böse? Weil sie gut eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt liegt. Der Inspektor of basic education, auf deutsch etwa Grundschul-Inspektor, ging auf diese Schule, lebt in der Nähe und möchte der Schule zeigen, dass auch sie einen Nutzen davon hat, dass er nun Inspektor ist. Da er das letzte Wort hat an welchen Schulen wir unterrichten, aber auch wirklich nett ist, unterrichten wir also auch am äußersten Rand von Bali, der Gungong. An dieser Schule sind dir die ersten Freiwilligen und deutschen Lehrer. ICT wurde sonst vom Klassenlehrer unterrichtet und nun komme ich und lass ihre Äuglein scheinen. Die Kinder scheinen interessiert zu sein, wissen aber noch kaum etwas über ICT. Da ich sonst mit sechs gleichen Niveaus rechne, muss ich mir für diese Schule wahrscheinlich ein ganz neues Programm ausdenken und von ganz vorne anfangen. Mal schauen, vielleicht bekommen sie in der nächsten Stunde ja einen Geistesblitz.

Und am Wochenende dann erleben, erleben und essen. Gegessen wird hier eh sehr viel, habe ich das Gefühl, und wie ich das gerade Schreibe, habe ich gegessen und schon wieder hunger. Bratkartoffeln aus Süßkartoffeln gab es, sehr lecker!

Apropos Essen, ich möchte noch einmal an den Rezeptewettkampf erinnern.
Klickt einfach auf „Rezeptewettkampf“ und hinterlasst ein leckeres Rezept in den Kommentaren, was wir dann nachkochen und in unser Rezeptebuch eintragen können. Es wird jedes Rezept ausprobiert und ordentlich dokumentiert!

Die deutsche Botschaft in Paris


Vor gut zwei Wochen erreichte mich eine e-mail der Deutschen Botschaft in Paris. Sie fragten mich, ob sie im Rahmen der überregionalen Öffentlichkeitsarbeit Deutschlands und ihrer Zuständigkeit für die französischsprachigen Subsahara-Staaten ausgewählte Artikel von mir in französische Übersetzten und auf ihrer Internetseite veröffentlichen können.

Nach ein bisschen e-mail Kontakt, habe ich herausgefunden, dass eine zuständige Redakteurin den HNA-Artikel über mich und mein Auslandjahr gelesen hat.
Die Artikel werden von einer Muttersprachlerin ins französische übersetzt und auf http://www.allemagne-afrique.diplo.de/ mit Angabe meines Blogs als Quelle veröffentlicht.

Mal sehen inwiefern ich da etwas von mitbekomme, ist ja alles auf französisch. Ich hoffe nur, dass die Zusammenarbeit reibungslos und ohne Komplikationen vonstatten geht.

Gut gefühlt habe ich mich bei Interesse von der Botschaft schon ein bisschen. ;)




Donnerstag, 27. Juni 2013

PR-Management

Jetzt geht der Marathon los!


Ich stecke ein bisschen zwischen den Welten, einerseits brauche ich Spenden und bin abhängig von ihnen, sie ermöglichen mir mein Jahr, sind ein Medium um die Idee "Ich in Kamerun" zu verbreiten und halten die Unterstützer fest, sich für eben dieses zu Interessieren, andererseits möchte ich doch für etwas, was ich freiwillig mache kein Geld berappen, schon gar nicht von euch. 
Das nichts kostenlos ist, das weiß ein jeder aber 1800€ sind eine Stange Geld. ;-(

Um euch trotzdem auf meine Seite zu bewegen versuche ich einfach mal darzustellen, wieso das Geld gar nicht schlecht angelegt ist:


  • Der BMZ bezahlt ca. 75% der Kosten. Ich, als Freiwilliger koste eine Menge! Ungefähr 15.000€, darunter sind:
    • Organisatorische und technische Kosten für den IB, den BMZ und CAMAAY in Form von Angestellten, Ihren Arbeitszeiten, laufenden Kosten, Papier etc. Ihr Unterstützt also die Struktur "Entwicklungshilfe" an sich
    • Die Seminarkosten und Fahrtkosten. Ich "muss" an 25 Seminartagen teilnehmen, wo wir mit ausgebildeten Personal verschiedene Themen wie Vorurteile, Moral, Ethik, oder eben schreiben eines Blogs nähergebracht bekommen
    • Meine Versicherungen in Kamerun. Ich bin dort privatversichert und habe sogar die Möglichkeit im Ernstfall eine Rückreise gestellt zu bekommen. Also  Auslandskrankenversicherung, Rücktransportversicherung, Unfallversicherung inklusive Invalidität und Haftpflichtversicherung etc. dabei
    • Mein Hin- und Rückflug
    • Meine Unterkunft und Verpflegung
    • Und ein monatliches Taschengeld
Dabei betone ich einfach nochmal: Mein Volunteer-Jahr ist ein "Lern und Bildungsjahr". Ihr unterstützt wirklich mich, und direkt mich! 
Einfach auch um nicht mit dem "Die Afrikaner brauchen euer Geld und Ihr seid böse, wenn ich nicht spendet" anzufangen. Auf diese Schiene möchte ich auch gar nicht gehen, Ihr sollt kein schlechtes Gewissen haben und könnt mich auch ohne eine Spende super unterstützen. Schreibt mir eine nette Antwort unter einem Post, schreibt mir eine e-mail mit aufmunternden Worten oder zeigt einfach nur Interesse und zeigt mir, dass Ihr das was ich mache gut findet.

Das ich nicht Untätig bin will ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten. Dazu noch eine Liste, weil Listen einfach toll sind:

Was habe ich schon erreicht?
  • Den größten Teil der Impfungen fließt durch meinem Körper
  • Internationales Konto und Kreditkarte beantragt
  • Ein Plakat um ein bisschen aufzufallen (siehe unten)
  • Visitenkarten in Druck gegeben und selber gedruckt (siehe unten)
  • Förderkreisbriefe verfasst
  • Ein kleines Sparschweinchen gekauft
  • Termine bei verschieden Unternehmen und örtlichen Politikern verabredet
  • Und eine Menge organisatorischen Kram geregelt
Viel, viel Arbeit. Und dabei noch Zeit finden für Privates und Freizeit, schwierig!

Im Anhang noch Fotos von Plakat und Visitenkarten:

Mein Plakat

Die ersten Visitenkarten


 Ich zerbreche mir momentan noch den Kopf darüber ob und wie ich mit Fotos in Kamerun umgehen soll. Eine digitale Spiegelreflexkamera wäre super, aber wie und mit welchem Geld?

So far and best regards
Max