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Sonntag, 8. Juni 2014

Ringroadrowdies, Mami, Henni und die Zucchinisoße

Die Ringroad, direkt vor der Haustür und doch haben wir sie erst Anfang April befahren. Das ist doch immer so: Man fährt hier und dort hin, um dies und das zu sehen, seine eigene Heimat kennt man noch gar nicht.

Die Ringroad, eine 367 Kilometer lange ringförmige Route, liegt nordöstlich von Bamenda und führt an einigen der schönsten Landschaften und kulturreichsten Örtchen Kameruns vorbei, an Wasserfällen, riesigen Palästen, rollenden Hügeln, Teletubbi-Landschaften und herrlichen Landstrichen.
Die Ringroad: Bamenda, Menchum, Befang, Wum, Nyos, Nkambe, Ndu, Kumbo, Bamenda

Aber von Anfang an:


Wir Freiwilligen Lea, Laura und Max plus eine Freundin Lauras, die Juli, entschieden uns ganz spontan, so wie Freiwillige sein sollten, noch eine Julia, Auslandspraktikantin im Bamenda Regional Hospital, kurzfristig zu überreden, mit uns doch einfach einmal die Ringroad zu erklimmen.
Saftiges Grün und Berge: Die North-West-Highlands
Da wurde dann unter einem Flexibilitätsrausch auch nicht lange herrumdiskutiert und es ging los: Drei Unterhösschen, T-shirts und Kamera in den Rucksack, ein Taxi nach Bamenda genommen und dort um 7 Uhr auf Julia gewartet. Dann ziemlich flott ein Taxi nach Bafut, in Bafut steht ein gut 1200 Jahre (müssten jetzt schon gut 1214 Jahre sein) alter Palast der Königsfamilie, der wurde aber ignoriert und nicht besichtigt, der kommt ein ander mal. Über alte Brücken, scharfen Kurven, einigen engen Überholmanövern fuhren wir dann mit unserem Shared-Taxi Richtung Befang zu unser ersten Station.
Im Taxi noch überlegten wir uns einen Namen für unsere Gruppe: Nachdem die Ringroadfairies (Ringroadfeen) fast einstimmig gegen die Ringroadrowdies verloren, konnten wir schon die erste Pause genießen:

Menchum Wasserfälle


Die Menchum Wasserfälle
Dürfte ich schätzen, würde ich sagen: die sind größer als ich! Um einiges, gut 30 bis 40 mal größer als ich. Auf einer alten, etwas heruntergekommen Besichtigungsplattform durften wir uns also kurz ausruhen, das laute Rauschen des Wasserfalls genießen und uns auf einem alten umgestürzten Baum gemütlich machen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Kraft Wasser haben kann, wie schön die Spritzer im Sonnenlicht funkeln, wie laut das bisschen Wasser werden kann. Ein schöner Anblick, irgendwie idyllisch da mitten auf dem Weg: ein Wasserfall, ein paar Bänke.

Die RingRoadRowdies bei den Menchum-Falls
Die Ruhe wurde dann etwas gestört, als eine Gruppe Kameruner vor dem Wasserfall posierte und im Endeffekt uns interessanter als den Wasserfall fand. Wir entschieden uns bei bestem Wetter den Fußmarsch von ungefähr einer Stunde nach Befang anzugehen. Die Sonne war stechend, jeder Schatten eine Wohltat. Die Rucksäcke waren nicht schwer, es gab keine nennenswerten Steigungen oder schwieriges Gelände, es war einfach zu heiß zum wandern.

Ein netter Empfang in Befang

Befang


(Befang liegt in der Karte etwas unter dem Knick unter Wum.)
In Befang erlaubten wir uns also erst einmal ein kühlendes Getränk.
Ich und meine Mädels mussten wirklich erstaunlich wirken: der Weiße mit den vier weißen Frauen. Die Männer wurden von diesem Phänomen geradezu angelockt, wir waren Gesprächsstoff für die nächste halbe Stunde, wieso gibt der Weiße da keine von seinen Frauen ab? Testosteron sprudelte aus jeder Ecke und Kante, ich fühlte mich wohl, soviel Anerkennung habe ich schon lange nicht mehr bekommen, meine Mädchen eher eingeengt.

Folge der roten Straße: Die Ringroad
Ich versprach, dass ich mein Allerbestes geben werde, alle Frauen wieder nach Hause zu bringen, einfach war das aber nicht. Manchmal muss man halt an der Polizeikontrolle, oder in jener Bar ein Fraulein abgeben, um seinen Weg fortsetzen zu können.

In Befang wurden dann Okadas gesucht, drei Leute auf ein Motorrad und ab die Berge hoch. Die Landschaft war Waldig, die Steigung teilweise 13°, die Kurven enger den je.

Wir wollten nach Wum, es war schönes Wetter, die Straße sah gut aus. Die Fahrt mit dem Moped war schön, aber auch genauso anstrengend. Drei Leute auf einem Okada, dauerhaft Bergauf, festhalten, Gepäck, entgegenkommende Autos, Bergab, zu schnell.

Wum


Ein paar beindruckende Formationen und Aussichten
In Wum fiel Laura mehr oder weniger vom Okada, ihr Bein war eingeschlafen, die Muskeln vom Festhalten völlig erschöpft, aber eine schöne Aussicht! Wir machten wieder Pause, entschieden uns aber die Nacht nicht in Wum zu verbringen. Weiter ging es also, zum Autobahnhof, ein Taxi nach Nkambe finden.
Das Interessante ist nun: es ist billiger von Wum über Befang, Bamenda, Kumbo nach Nkambe zu fahren, als von Wum über Nyos. Die Straßen seien schlecht, man verbraucht mehr Sprit und mehr Zeit. Das hieß für uns, viel viel Geld und ein Taxi für den Tag mieten, dafür konnten wir dann Lake Nyos besichtigen und in Nkambe noch ein Hotel suchen.

Auf also nach

Lake Nyos


Lake Nyos, Lake Nyos, ein Mörder.
Der liebe See hat ein ganzes Dorf ausgerottet, hunderte Menschen getötet und einen großen Landstrich unfruchtbar gemacht. Wieso, darüber streiten sich die Forscher. Entweder es war eine Gasblase zwischen Gesteinsschichten unter dem Grund, hervorgerufen durch verwesendes Kleingetier und Algen, oder eine Gasblase eines inaktiven Vulkans. Jedenfalls ist der See, die umliegende Landschaft und die gestorbenen Menschen jetzt tot.
Lake Nyos, der braune Kratersee, der Mörder
Der Kratersee hat sich daraufhin gelb gefärbt, was einen spektakulären Anblick bietet: zwischen Klippen und Felsvorsprüngen liegt die ruhige gelbe Flüssigkeit, oben auf dem Berg eine Labor- und Militäreinrichtung. In Richtung Tal, wo das gefilterte Wasser abfließt, ist ein wunderschöner Wald. Verrückte Welt!

Wir wurden persönlich von Generalissimo und ein paar Soldaten an den See geführt, sie hatten plötzlich alle Waffen in der Hand, teilweise auch noch ein Stück gegrillte Schlange, verlangten unsere Reisepässe und führten uns gezwungenermaßen den Weg zum See hinunter. Nach der kurzen Führung empfahl uns dann unser Fahrer, der auch um seinen Führerschein bangte, den Jungs doch ein bisschen Geld für Bier dazulassen, sonst könnte sich das noch etwas in die Länge ziehen. Die muskelbepackten Jungs saßen gemütlich mit ihren Kalaschnikows im Schatten und grillten sich eine riesige Würgeschlange, die sie irgendwo auf dem Weg gefangen haben. In welchem Film war ich da eigentlich? Der General bat mich dann noch in Nkambe für ihm Handyguthaben aufzuladen, gab mir 500F und wünschte uns einen schönen Tag. Weiter ging es nach Nkambe.


Nkambe


Über Teletubbiland mit komischen Ameisenbauten kamen wir dann bei Sonnenuntergang in Nkambe an. Hunger und ahnungslos über unseren nächtlichen verbleib, triezten wir unseren Fahrer, vom Zentrum zur Kirche, von da wieder ins Zentrum und zu einer anderen Kirche um schließlich ein Hotel im Zentrum zu finden. Nach einem ausgelassenem Essen und Bier mit dem Fahrer gingen wir dann ins Stundenhotel, Laura und Juli und Lea, Julia und ich, zu dritt aus Angst vorm Alleineschlafen.

Ndu-Tea-Estate, Teepflanzen soweit das Auge reicht

Ndu


Marsch durchs Teefeld
Morgens ging es dann schon weiter: Wir nahem ein Taxi nach Ndu, direkt zu den Tee Plantagen: Grüne Büsche soweit das Auge reicht. Kilometerlang nur Tee, Tee und Tee. Dabei bin ich gar nicht so ein Fan von Tee. Besichtigen wollten wir die Plantage trotzdem, der Sonntag machte uns aber einen Strich durch die Rechnung. Keiner Arbeitet am Sonntag, außer die Wächter, die sind aber nicht befugt, uns in die Teeplantage einzulassen. Der Manager war nicht zu erreichen, wir liefen die fünf Kilometer Richtung Ndu zurück, machten zwischendurch Pause und Picknick in den Teeplantagen, die man einfach betreten konnte, und hatten trotzdem einen schönen Einblick in die Büsche. Statt Tee wurde aber Wasser getrunken.

Kumbo


Kumbo von den Antennen
Die letzte Strecke wollten wir dann noch mit Okadas fahren: nach Kumbo, der nächste Ort, wo IB-Freiwillige wohnen. Kumbo liegt gut 2200 Meter über dem Meeresspiegel, wenn die Sonne scheint ist es warm, wenn nicht, dann bitterkalt. Nachts fast unerträglich Deutsch.
In Kumbo wurden dann noch ein paar schöne Tage verbracht, unsere Mitfreiwilligen getroffen, es wurde auf einem Berg bei den Antennen mit Aussicht über ganz Kumbo gegrillt und auch ein paar Versöhnungsbiere getrunken.

Na was ist denn das mitten in Kumbo?
Von Kumbo ging es dann direkt nach Bamenda zurück nach Bali: 367 Kilometer schlechte Straße in drei Tagen, eine ansehnliche Bilanz, die Arterien wurden freigeschüttelt und der Kopf hatte ein paar Beulen mehr vom Anstoßen am Autodach. Insgesamt aber eine sehr empfehlenswerte Route, schöne Landschaften, unglaubliche Aussichten, tolle Eindrücke. Insgesamt ist die Straße sicherlich auch gut mit dem Fahrrad zu meistern, wer also demnächst eine Fahrradtour plant: ab nach Kamerun.

Hendrik - Erika - Max

Erika und Henner


Wir sind dann an einem Dienstag in Bamenda gewesen, abends, müde von der Fahrt, erschöpft von der Ringroad. Gerade am Busbahnhof angekommen, ich hatte geplant, den Mittwoch zu entspannen, das Haus zu putzen und am Donnerstag dann nach Douala zu fahren um meine Mutter Erika und meinen großen Bruder Hendrik vom Flughafen abzuholen, klingelt mein Handy. Eine deutsche Nummer, kann nur meine Mutter sein:

"Du ich freue mich so, morgen sind wir in Kamerun!" - "Wie bitte? Morgen? Du meinst Übermorgen, Donnerstag!" - "Nein, wir kommen morgen, Mittwoch."

Die zwei Brüder
Ich bin gleich Rückwärts zurück in den Bus gefallen.
Dann hieß es ein Busticket nach Douala für Mittwoch kaufen, Hotel umbuchen, Fahrer anrufen, Zimmer aufräumen, Rucksack packen, spät schlafen gehen, früh aufstehen und ab nach Douala.

Am Ende ist aber alles super gelaufen, ich hatte noch einen schönen Tag in Douala, habe mir die Haare schneiden lassen und die Innenenstadt angeschaut (eine von den vielen Innenstädten), und am Abend Hendrik und Erika empfangen. Noch am Abend fuhren wir mit meinem Freund Edwin, der ein schickes und schnelles Autochen hat, nach Limbe zum Strand.
(Im Endeffekt waren wir alle ganz schön verplant gewesen, mein Bruder hatte mir im Januar das Reisedatum gesagt, das wäre dann der Donnerstag gewesen. Sie haben dann aber doch früher gebucht, am Mittwoch, es ist aber irgendwie untergegangen und mir hat es niemand gesagt. Ich habe auch nie nachgefragt, wir sprachen oft davon, dass sie bald kommen, aber nicht über das wann. Stress für mich, aber dafür habe ich meine Familie auch einen Tag früher sehen können.)

Nach Haiahaia dann die ersten Sonnenstrahlen, Hendrik und Erika sind gerade in Kamerun, ein wunderschöner Tag, Strand, Meeresluft, alle Menschen sind schwarz, die Häuser sehen ganz anders aus.
Fisch, Krabben, Krebs,...?
Meiner Mutter gefällts! Sie will gleich in die Stadt, frühstücken, einkaufen, rumschauen, schnuppern, Fotos schießen. Mein Bruder geht da etwas ruhiger dran, beobachtet, lacht über lustige Andersheiten, genießt.
Der Erdbeerbananen-Smoothie ist schon verdrückt, deswegen grinse ich so.
Nach einem eher ungewöhnlichem Frühstück, Fischsuppe mit Yams, lecker!, die Brotkultur wie wir sie in Deutschland kennen gibt es hier halt nicht so, dann noch in ein Cafe, Tee und Kaffee trinken, und ab zum Strand!

Der Sand schwarz, das Wasser warm, Palmen, Sonne, das kann man Osterferien nennen.

Der Fischermarkt in Limbe bei Sonnenuntergang
Lea, Juli, Laura, Erika, Hendrik im Affenzoo
Neben Strand und genießen wurde dann nach Limbe angeschaut, der Affenzoo "Wildlife-Center" in Limbe besucht, der Botanische Garten besichtigt und für meine Mutter ganz wichtig: der Markt. Meine Familie liebt Märkte, da wurde dann auch gleich der erste Stoff gekauft und zur Schneiderin geschickt. Limbe als Hafenstadt hat auch einen Fischmarkt, also ab zum nächsten Markt, es riecht nach Fisch, die Boote und Netze, es wird Fisch in Eis gelegt verkauft, daneben auch gleich für die gegrillt, dazu gibt es eine grüne und eine rote Soße. Der Fisch ist guuuut! In Bali kriegt man eigentlich nur tiefgefrorenen Fisch, 500 Kilometer vom Meer ist es halt schwierig an frischem Fisch zu kommen, besonders bei dem feuchtwarmen Klima hier.
Jeden Abend, manchmal auch mittags gab es also Fisch, Fisch, Fisch, meine Mutter fands gut.

Dann Richtung Bali, der Rücken und die Nase schmerzten vor Sonnenbrand, Julius fuhr uns mal wieder. Kurz nach Douala trafen wir dann auch Gregory zufällig an der Straße, mein African Papa, kurz nach Bafoussam bewunderten wir die Wasserfälle, bei Sonnenuntergang ging es dann von Bamenda nach Bali über das schöne Hochland der Nordwest-Region.

Gackern wie die Hühner: Ma Comfort, Erika und Ernestine
Viel Zeit blieb uns dann in Bali nicht, wir erklommen den Matterhorn ein weiteres, wir engagierten eine Juju-Tanzgruppe für Erika und Hendrik, besuchten die Nachbarn, besichtigten Bali und Bamenda, die verschiedenen Märkte, Laura, Lea und ich wurden krank, dann ging es schon wieder nach Limbe, ein paar Tage Entspannungsstrand und dann wieder zurück in den Flieger.
Freunde hat meine Mutter in der Nachbarschaft gefunden, besonders in Ma Comfort. Die beiden Mami saßen zusammen und quatschten, auch wenn meine Mutter nur gebrochenes Englisch spricht, verstanden haben die beiden sich mühelos.
Mama tanzt sogar mit mehr Schwung als die Jujus
Seit dem Zeitpunkt fragen viele nach meiner Mama, wie geht es ihr, dass ich sie grüßen soll.
Insgesamt hatte ich eine wunderschöne Zeit mit meiner Familie, gedaddelt mit dem Bruder, Mutter machte große Teile der Hausarbeit "Genieß es, die nächsten Monate hast du erstmal keine Mutter mehr", ich durfte ihnen mein Leben in Kamerun zeigen, wie schön es hier ist, was mir hier gefällt.
Nun kriege ich oft Nachrichten von meiner Mutter wie "ich will wieder nach Kameruuun!"
Irgendwann!






Was wächst, das wächst...wunderbar!


Nun ists drei Monate her, da wir den Schulgarten der G.S. Bali Town gr.I mit Samen bestückt haben. Und das was wächst, das wächst wunderbar! Brokkoli geht nicht an, Zucchini wächst wie verrückt, Rettich hat zwar Schwierigkeiten gegen den harten Boden anzukämpfen, wird aber groß wie große Karotten, Salat und Kohl wachsen, und lassen auf sich warten.

Zucchini was ist das? Wenn ich Zucchini kaufen möchte, dann muss ich in die Tiefen der Gemüseverkäufer in Bamenda gehen und einen hohen Preis bezahlen, darum kennen viele Leute, die wenigsten Kinder, Zucchini gar nicht. Zucchini aber wächst wie verrückt, da hielten wir es für angebracht den Kindern mal zu zeigen, was für ein tolles Gemüse das doch ist. Und wie lässt sich das besser beweisen als durchs Essen selbst?
Was macht der Whiteman da?!?
Wir planten also eine Kochstunde. Wir kauften Teller, Öl, Reis und einige andere Zutaten, ließe uns vor der Schule zwei Feuerstellen herrichten, einen Tisch anschleppen und die Kinder kommen und planten eine Reis mit einer roten Zucchinisoße. Zwei Kinder kümmerten sich ums Feuer, zwei um Reinheit, gut 20 Kinder schnippelten Tomaten, Zucchini, Zwiebeln. Zwei Chefkochs kümmerten sich dann um Reis und das Wohlbefinden der Soße. Gegessen wurde im Klassenraum, je zwei bis drei Kinder mussten sich einen Teller teilen, Salat aus Rettich, Karotten, Zucchini und Salat, alles aus dem Garten, gab es leider nur für die Lehrer. Insgesamt war dies ein toller Tag, die Kinder waren begeistert und halfen kräftig mit, die Lehrer fanden die Aktion gut und am Ende waren gut 50 Mäuler gestopft, ein voller Erfolg.

Ein Zucchini-Sößchen
Nun haben wir schon Anfang Juni, die Schule schließt in diesen Wochen. Wir sind gerade auf Abschied von den Schulen gestimmt, manchmal bin ich ganz froh, bei einigen würde ich doch gerne noch weiter Unterrichten und die Kinder sehen. Dazu behalten wir eine Tradition der Bali-Freiwilligen bei, wir schießen Fotos von unseren Klassen und den Lehrern, gestalten ein Plakat für die Schule, besonders schöne Fotos gibt es dann auch nochmal für die einzelnen Lehrer. Die Abschlussparties der Grundschulen sind für mich eher ein Graus, den Kindern gefällts. Es gibt Programm, Beten, Tanzen, Singen, Überreichen von Preisen, das Überreichen der Zertifikate etc. Da kann man auch mal fünf bis sechs Stunden dort sitzen, rausgehen ist zum Glück erlaubt.
Die Kinder finden es gut, das ist ihr Tag, dafür sitzen die auch gerne von Acht Uhr bis Sechs Uhr. Zugegeben, nicht alle.

Liebe Grüße und Ndiba mbumbo. (Eine Zigarette bitte.)



Dienstag, 25. März 2014

Gardening Project – was wächst, das wächst

Dryseason: Tagsüber heiß, Nachts kalt, kein Regen. Dezember bis Anfang März.

Rainyseason: Tagsüber warm, Nachts warm, Regen Regen Regen, immer Regen. März bis November.

Regen, das hab ich von der Schule mitgenommen, ist Wasser in Form von Tropfen, welches vom Himmel kommt und alles ganz nass macht. Pflanzen brauchen wiederum Wasser um zu wachsen. Dann ist doch jetzt, zum beginn der Regenzeit, der perfekte
Unsere erste Generation Bohnen vor ihrer Ernte


Die Karöttchen, hier noch klein und brav

Wassermelone, seht ihr die ca. 2cm große Wassermelone unter der Blüte?

Der frisch arrangierte Garten, mittlerweile sind noch ein paar Reihen dazugekommen

Die Bohnen nach dem Trocknen, diese Bohnen kann man wieder einpflanzen

Die Baumschule, Salat und Kohl, geschützt vor dem Regen

Die übrigen Bohnen, vielleicht werden sie schon an Schüler*innen verteilt

Die Bohnen wurden nach dem "Spot-Manuring"-System gepflanzt


Die Karöttchen, ca. 5cm groß

Fleißig pflanzende Primaries
Moment etwas zu pflanzen. Deshalb starten wir jetzt mit unserem Gardening Project durch, an der staatlichen Schule Bali Town I wird uns ein Feld von ca. 20 Metern mal 40 Metern zur Verfügung gestellt. Die Schüler haben zusammen mit dem Schulleiter und den Lehrern Gartenbeds, Reihen von gehäufter, gelockerter Erde, außerdem ein paar Autoreifen mit Dünger und reichhaltiger Erde für die "Baumschule" (hier heißt es Nursery, ich denke Baumschule ist die beste Übersetzung) vorbereitet und ein Regenschutz für die Baumschule gebaut.

Die Idee hinter dem Projekt ist folgende:

Wir, Laura und ich, kommen zur Schule und oft sind einige Schüler abwesend. Das hat verschiedene Gründe, Krankheit, Abwesend wegen einer wichtigen Feier, Markttag und das Kind muss arbeiten. Ein Grund das viele Kinder fehlen ist leider auch, dass die Eltern die Schulgebühren nicht bezahlt haben, da kann es sein, dass das Kind nur alle zwei Wochen da ist, weil die Eltern die monatlichen Gebühren erst Mitte des Monats bezahlen können.
Wir wollen versuchen mit den Samen die wir haben, die Kinder und die Familien dieser Kinder zu entlasten. Die Schüler sollen von dem Gewinn profitieren, den Eltern entweder Geld nach Hause bringen, damit mehr Einkommen vorhanden ist, oder wenn möglich, und das ist das Langzeitziel, eigene kleine Gärten errichten und ihre Schulgebühren selber erwirtschaften können.
Zusätzlich ist eine Farm, eigentlich hat jede Familie hier ein Feld, eine gute Nebeneinkunft. Die Kinder sollen Verantwortung für den Garten aber auch die benötigten Gärtnerfähigkeiten erlernen.
Mit den Samen, die wir zur Verfügung gestellt bekommen haben wollen wir in der ersten Generation die Schulfarm bepflanzen, dann wollen wir Samen reproduzieren und diese auch an Schüler aushändigen.
Grüne Bohnen die wir schon am Anfang der Dryseason gepflanzt haben sind nun gewachsen, gereift, wurden getrocknet und die gewonnen Samen wurden mittlerweile wieder eingepflanzt. Während wir bei der ersten Pflanzung ungefähr ein Drittel solch eines Gartenbeds bepflanzen konnten, haben wir nun schon ein ganzes Gartenbed mit Samen bestückt und haben trotzdem noch mehr als die Hälfte der Bohnensamen übrig.

Was haben wir gepflanzt?


Im Dezember:

Grüne Bohnen


Die grünen Bohnen oder Brech-/Gartenbohnen sind mittlerweile schon geerntet, getrocknet und neu eingepflanzt wurden.

Okrah


War leider kein Erfolg, das Feld wurde kaum bewässert und Okrah brauchte zu viel Wasser.

Karotten


Wachsen noch bis Mai/Juni vor sich hin, die größten sind ungefähr fünf Zentimeter lang.

Wassermelone


Besonders schwierig. Wassermelonen brauchen besonders viel Wasser, aber auch besonders viel Sonne. In Bali ist es außerdem eigentlich zu kalt für Wassermelonen. Drei Pflanzen haben überlebt, ranken und blühen, eine einzige klitzekleine Wassermelone ist auszumachen.

Im März:

Salat


Muss geschützt in der Baumschule keimen, ist aber wohl schwierig hier in Bali. Wäre schön wenn Salat funktioniert, weil er eigentlich wenig Arbeit bedeutet, aber teuer verkauft werden kann.

Kohl


Ein Kohl kostet ungefähr 200 CFA. Drei Reihen mit Kohl könnten gut 20000 CFA einbringen, was einige Schulgebühren bedeutet.

Brokkoli


Kennt hier noch kaum jemand und ist ziemlich teuer. Müsste dann wahrscheinlich in Bamenda verkauft werden.

Zucchini


Kannte gar keiner. Ist ein Experiment und kann teuer in Bamenda verkauft werden.

Senf


Wie gehe ich mit Senf um? Ist auch ein Experiment, Senf wächst wohl unglaublich schnell und kann immer noch als Gründünger benutzt werden.

Rettich


Habe ich hier noch nie gesehen, ist auch ein Versuch.

Schwarze und grüne Bohnen, verschiedene "Vegetables", also Grünzeug, was zu einem spinatähnlichen Gericht verarbeitet wird, echt lecker.

Dank der Regenzeit müssen wir uns um Wasser keine Sorgen mehr machen, das einzige was bleibt ist die Düngung. Wir verwenden Naturdünger, bis jetzt nur Kompost. Wahrscheinlich werden wir noch Kompost irgendwoher beziehen müssen, da wird eben eine reichhaltige Ernte sehen wollen.

Das wäre mal wieder ein kurzer Text über meine Arbeit hier in Bali. Der grüne Daumen fehlt mir zwar immer noch, aber wir arbeiten mit erfahrenen und motivierten Leuten zusammen.


Let it grow!

Dienstag, 24. September 2013

"The fear of the Lord is the beginning of wisdom". Außerdem: Die Deutsche Botschaft in Paris

In diesem Beitrag gebe ich meiner Arbeit und meinen Aufgaben ein bisschen Raum.

Zuerst, besonders damit ihr ein schärferes Bild von Bali und meinem Alltag habt, wollte ich euch ein bisschen über Bali näherbringen. Der folgende Absatz ist aus Erzählungen und Unterhaltungen mit Balianern zusammengefasst. Ich kann für die Richtigkeit nicht bürgen, und auch nicht im Internet recherchieren, dort gibt es nämlich kaum bis keine Quellen über Bali.

Bali


Bali entstand wohl Anfang des 19. Jahrhunderts, eine Volksgruppe aus dem heutigen Nigeria wurde vertrieben und suchte lange nach einem geeigneten Ort und einer Heimat. Auf dem Weg zum heutigen Bali gab es viele Kämpfe und die Balianer wurden oft vertrieben, vom einem zum anderen Fleck. Nach einiger Zeit Starb der König dieser Gruppe, sein Sohn sollte das Volk in die neue Heimat führen, er war aber noch ein Baby (vielleicht auch noch im Bauch der Mutter, ich weiß es nicht genau). Da einer die Führung übernehmen musste, führte die Frau des verstorbenen Fons, genannt Nyonga, ihr Volk zum heutigen Platz vor dem Fon Palast. Hier konnten die Pferde weiden, das Volk Häuser bauen und sich ansiedeln.
Das ist auch der Grund, warum Bali mit vollem Namen Bali Nyonga heißt, Nyonga wurde dadurch gedankt, das sie einen „halben“ Fontitel bekam, bis ihr Sohn alt genug war. Im Prinzip ist Bali also von einer Frau gegründet wurden, auch wenn es ein Privileg der Männer ist, Fon zu sein und solche Entscheidungen zu treffen.

Ein paar Randinfos zu Bali noch:
In Bali, besonders in Njenka, leben viele Muslime. Zwar ist das Christentum die Staatsreligion aber traditionelle Religionen, andere Religionen oder sonstige Glauben sind in Bali akzeptiert. Deshalb gibt es auch viele Ortsteile, jedes mit eigener Tradition und unterschiedlichem ethnischem Hintergrund. Es gibt also einen „First-Class“ Fon, der Fon von Bali, und dann noch 17 „Second-Class“ Fons, für jeden Stadtteil und Völkergruppe einen.

Bali ist bekannt für die gute Universität in der North-West Region. Die Uni ist ca. fünf Minuten von unserem Haus entfernt und wurde irgendwann in den 20ern eröffnet. An sich scheint Bali eine ziemlich „gebildete“ Stadt zu sein, kann eine hohe Anzahl an Schulen nachweisen und hat einen vergleichsweise niedrige Analphabetenrate.
Das Gesundheitssystem ist gut ausgebaut, es gibt fünf Kliniken in Bali und sonst in Bamenda einige Krankenhäuser.
Zusätzlich soll das Stromnetz eines der besten in der North-West Region sein, durch die N6 nach Nigeria ist Bali auch Straßentechnisch gut ausgebaut.

Im Anschluss noch eine beschriftete Karte vom lieben Google.
Ich hoffe ihr klickt euch mal ein bisschen durch und bekommt ein bisschen Gefühl für meine Euphorie für Kamerun.




(Klick einfach auf das Bild und schnupper rum. Du kannst auch hier klicken.)


Camaay


Wie schon kurz beschrieben, bin ich in der Organisation "Cameroon Association of Active Youth" kurz CAMAAY tätig. CAMAAY ist eine kleine Organisation mit Sitz in Bamenda und hat sich der Unterstützung der Jugend, besonders minderpreviligierten und dörflich lebenden Jugendlichen, verschrieben.
Das Ziel von CAMAAY ist es, einen Geist von Teilnahme in Selbst- und Gemeinschaftsentwicklung zu bilden. Der Fokus liegt auf die Verminderung von Armut, Krankheit, Ignoranz, Kriminalität, Drogenmissbrauch und die Unterstützung von Frieden, soziale Stabilität, Alphabetisierung und schulischer Erziehung.

Die Kernwerte, die CAMAAY vertritt, sind:
  • Ausdruck der menschlichen Notwendigkeit, Gutes zu tun und soziale Gerechtigkeit zu fördern.
  • Entwicklung als ein stärkenden Prozess ansehen, sich auf das Mitwirken der Menschen und Bildung von autonomen Gruppen und Individuen konzentrieren.
  • Engagement für nicht-authoritäre Strukturen und demokratische Prozesse innerhalb der Organisation.
  • Auf die Verminderung von Armut in dörflichen Bezirken durch jeweilige Unterstützung für die Gemeinschaft hinarbeiten.
  • Die Teilnahme von Jugend und Kindern als Notwendigkeit für eine nachhaltige Entwicklung ansehen
(Der Absatz ist eine Teilübersetzung eines Briefes, den unser Chef für eine Schulpartnerschaft geschrieben hat. Wer mehr Informationen über CAMAAY möchte, schaut sich auf der Internetseite connectingCAMAAYsap nach mehr Infos um.)

Diese Organisation und ihre Projekte werden also mein Jahr bestimmen und ich werde diese Unterstützen.



Zur Zeit sind wir, Laura und ich, für drei Projekte zuständig.
Die werde ich einmal versuchen Euch vorzustellen:

Time2be


Time2be ist ein Nachmittagsprogramm für Kinder und Jugendliche in Bali. Zwei mal in der Woche geben wir den Kindern Zeit und Raum sie selbst zu sein, also „Zeit zu sein“. Von 3.00 Uhr nachmittags, bis ca. 5.00 Uhr, stehen Laura und ich an verschiedenen Schulen für sie bereit, spielen mit Ihnen, geben Ihnen Fußbälle, Handbälle, Basketballbälle etc., arrangieren Tourniere oder Wettbewerbe, stellen Papier und Stifte, Knete und Malkästen um die Kinder einfach mal Kindern sein zu lassen. Nach dem Motto „Children have the right to play“ versuchen wir sie in den zwei Stunden richtig Kind sein zu lassen.
Time2be findet Montags um 3.00 Uhr an der Presbytarian School in Njenka, also fast um der Ecke, am Donnerstag um 3.00 Uhr auf dem Fußballfeld der Staatlichen Schule in Central-Bali.

Letzten Montag hatten wir zum ersten mal Time2be. Es fanden sich gut 100 Schüler auf dem Platz vor der P.S. Njenka auf, die meisten warteten auf uns nach Schulschluss, einige konnten nicht kommen, weil sich auf dem Feld oder sonstwo ihren Eltern helfen mussten.
Nach dem arrangieren von zwei Fußballteams, für alle die Fußball spielen wollten, und das war der Großteil, eine Handballgruppe, eine Malgruppe und ein paar Kinder, die sich auf dem Spielplatz oder wo auch immer beschäftigt haben, lief alles am Schnürchen. Laura malte mit den Kindern im Klassenraum, während ich das wilde Treiben der Kinder draußen genießen und hier und da mal ein weinendes Kind zum lachen bringen durfte.

Gardening


Im Rahmen unserer Lehrertätigkeit an den sieben Schulen, sollen wir noch ein Gardening-Projekt durchführen. Wir bekommen direkt an den Schulen einen kleinen Garten, in Form von Acker, gestellt und sollen den Kindern Verantwortungsbewusstsein, Nachhaltigkeit und Interesse an Feldarbeit näherbringen. Vermutlich bekommen wir Samen gestellt und versuchen diese zu vervielfältigen um diese den Kindern wiederum auszuteilen, damit sie eigene kleine Felder in der nähe ihres Hauses anlegen können. Dies soll die finanzielle Lage der Familien verbessern und die Kinder zur praktischen Arbeit anregen.
Laura und ich wollten noch den Aspektpunkt des Kompostierens und biologischen Düngens miteinbeziehen, viele Feldarbeiter düngen wohl allein aus Effizienz und Gewinn mit aggressiven chemischen Düngern.
Dieses Projekt soll in ungefähr einen Monat losgehen, komischerweise zum Anfang der Trockenzeit, und Laura und ich haben noch gar keine Ahnung, welche Samen, wo und wie man überhaupt irgendetwas pflanzt. Na Petri heil.

Put a smile on the face of an epileptic child


„Put a smile on the face of an epileptic child“ ist ein Projekt in dem versucht wird, Kindern mit Epilepsie ein normales Leben zu ermöglichen und sie durch Spiele und Sport in die Gesellschaft zu integrieren.
Zum einen besteht Aufklärungsnot in der Gesellschaft selbst, die Menschen, besonders in ärmeren und ländlicheren Regionen, wissen schlecht mit der Krankheit umzugehen und einige wenige glauben an Hexerei und Teufelswerk, wenn sie einen epileptischen Anfall sehen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollten. Deshalb werden auch heute noch viele epileptische Kinder abgestoßen oder dürfen keine Schulen besuchen. Durch Sport, besonders Fußball, und integrative Aktionen versucht CAMAAY zu zeigen, welche Möglichkeiten verloren gehen, wenn man epileptische Kinder nicht beachtet und damit ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken.
Weitergehen wird versucht epileptische Kinder selbst zu sensibilisieren, damit sie offen über ihre Krankheit reden, mit dieser umgehen und sich Hilfe und Ansprechpartner suchen können.

Unsere Aufgabe wird es sein, ein Weihnachtsfest für epileptische Kinder und ihren Familien zu organisieren. Dazu gehört Programm, Speiß und Trank und als krönender Abschluss auch eine kleine Bescherung. Wie genau das ablaufen wird, besprechen wir in den nächsten Tagen mit Patrick.

Und Schlussendlich,

die Schulen.

Wie schon beschrieben, deshalb auch der Titel dieses Blogartikels, begrüßen die Schüler Lehrer und Besucher mit "Good Morning Teacher, Good Morning Friends, the fear of the lord is the beginning of wisdom." Mich schauerts immer bei dem Gedanken, und denke mir, genau da hört Weisheit doch auf und dort fängt der Glauben an. Aber es ist so wie es ist, die Schüler haben jeden Morgen eine Andacht und gehen auch Sonntags oft in die Kirche oder irgendwann in die Moschee. Hier in Bali, und ich denke in Kamerun generell, gehört Glauben eben zum täglichen Leben. Ich wurde bis jetzt netterweiße verschont mit Kirchgängen, hitzigen Diskussionen, warum ich nicht in die Kirche gehe, und und und.

Im Folgenden gleichzeitig Stundenplan und eine kleine Beschreibung zu den Schulen, jedenfalls soviel, wie ich nach zwei Wochen aufschnappen konnte.

Montag
P.S. Njenka – Presbyterianische Schule Njenka
9.00 – 10.00 ICT (Informationen & Communication Technology)
10.00 – 11.00 Sport

15.00 – 17.00 Time2be auf dem Platz der P.S. Njenka

Die P.S. Njenka ist eine kirchliche Privatschule. Auf dem Komplex befinden sich die Klassen 1-6, eine Kindergartenklasse, eine große Wiese und ein von den ersten Freiwilligen in Bali gebauter Spielplatz. Der Schulleiter ist ein sehr netter Mann, der aber auch einmal durchgreifen kann. Der Unterricht gestaltet sich als eher schwierig, da viele Schüler, besonders in Lauras 5. Klasse, nur schlecht lesen und schreiben können. Die Kinder sind aber aufgeweckt und gut drauf und haben im Sportunterricht alles gegeben.
Diese Schule verdient einen Pluspunkt, weil sie nur etwa zehn Minuten gemächlicher Fußweg von uns entfernt liegt und die meisten Kinder in unserer direkten Umgebung wohnen.

Time2be war wie oben beschrieben eine tolle Erfahrung und ein guter Start. Es waren gut 100 Kinder gekommen und alle haben gut miteinander gespielt, es wurde fast zwei Stunden lang Fußball gespielt, gemalt, und gerannt. So kann das gerne weitergehen!

Dienstag
BNPS Alpha – Zweisprachiger Kindergarten und Grundschule Alpha
9.00 – 10.00 ICT
10.00 – 11.00 Sportunterricht

Diese Schule ist ein großer Gegensatz zu der Schule am Montag, die Kinder können gut lesen und schreiben, berichtigen sogar den Lehrer bei Fehlern, nehmen aktiv am Unterricht teil und bearbeiten Aufgaben schnell und korrekt. Mit ihnen macht das Unterrichten sehr viel Spaß.
Der Sportunterricht war hingegen fast eine Katastrophe. Ein Wettkampf wurde wirklich zum Kampf und allzuviel Autorität hat ein mancher nicht, wenn er keinen Fußball herzaubert. Dort müssen wir uns noch etwas überlegen, noch so eine Horrorstunde möchte ich nicht haben. Unsere Rallye jedenfalls wurde nach ein paar Anläufen etwas umgekehrt, am Ende gab es eben keine vier Teams, die gegeneinander antraten, sondern eine lange Reihe. Jedes der 60 Kinder rannte einmal im gewünschten Schritt und alle haben gewonnen. So war es schon viel besser.
Nach dem Sport, lied uns der Schulleiter Peter zu einem Palmwein ein. Palmwein wird hier gerne früh getrunken, 11 Uhr ist eine gute Uhrzeit, da er dann noch frisch und süß schmeckt und noch wenig Alkoholanteil hat. Im Verlaufe des Tages gärt der Palmwein und wird sauer und mit guten 20% bestückt.

Mittwoch
G.S. Bali Town Group II – Staatliche Schule Bali Gruppe II
9.00 – 10.00 ICT

Wuhuuuu, der Schulleiter ist ein ganz komische Kauz. Er wartet gut und gerne mal 20 Sekunden, bis er dir antwortet, redet etwas verwaschen und nuschelig und hat dann noch so eine komische Mimik.Wie sollen denn dann bitte die Kinder sein? Super! Die Kinder sind toll, machen gut mit und haben „Lust“ auf dich. Auch der komische Kauz ist eigentlich ein netter komischer Kauz, komischerweise. Trotzdem möchte ich mit diesem Schulleiter am wenigsten zu tun haben. Die anderen Lehrer sind nett und bis jetzt ist alles Paletti. Hier findet Time2be am Donnerstag statt.

Holy Infant School – Heiliges Kleinkind Schule(ob das wirklich eine gute Übersetzung ist?)
10.30 – 11.30 ICT
Diese Schule ist unbeschreiblich ….. schön gelegen. Der Schulhof ist ein kleines Plateau, welches einen wunderschönen Blick in Richtung Berge und Tal öffnet (ich vermute Richtung Westen). Man sieht den großen Berg Oku, ein paar kleinere Hügel und eine weite weite Landschaft, Regenweld wohin das Auge reicht. Und dort turnen die Kinder mit ihren Pink-Türkisenen-Schuluniformen. An die Farbenkombination werde ich mich so schnell nicht gewöhnen aber zum Glück ist es dunkel im Klassenraum.
Zu der Klasse kann ich noch nicht viel sagen, da ich Klasse 5 und 6 beim letzten mal unterrichtet habe. Der Schulleiter und die Lehrer sind aber sehr nett und wirken familiär freundlich. Valentin, der Schulleiter ist noch Jung und könnte auch ein echt guter Freund sein.

Donnerstag
G.S. Bali Town Group I – Staatliche Schule Bali Gruppe I
8.30 – 9.30 ICT

Direkt gegenüber von G.S. Bali Town Group II und ähnlicher Aufbau. Der Schulleiter ist nett und sehr engagiert und interessiert in das Gartenprojekt. Ansonsten ist alles gut, nichts negatives zu berichten. Der Vorteil dieser Schule: sie teilt sich mit Group II ein großes Fußballfeld mit Toren und liegt zentral direkt am Markt. Wann immer wir in der Stadt sind, findet sich ein Kind aus Group I & II das uns Hallo sagt.

G.S. Njenka (Mom) - Staatliche Schule Njenka
10.00 – 11.00 ICT

„Ab in den Busch!“ haben unsere ehemaligen Freiwilligen zu dieser Schule gesagt. Da dachten wir uns, laufen wir doch einmal hin, über Stock und Stein, mehreren Flüssen und Ameisenverkehrsstraßen durch den tiefsten Regenwald durch, irgendwann nach gut 30 Minuten Marsch erreicht man die G.S. Njenka, die aber von jedem irgendwie G.S. Mom genannt wird. Der Schulleiter ist wieder nett und heiß uns herzlich willkommen, eine Lehrerin hat eine geeignete Ehefrau für mich und die Kinder sind schüchtern aber interessiert. Die Aussicht ist hier wieder herrlich. Max kann den Berg Oku dann von einer anderen Perspektive sehen und halb Bali beobachten.

Time2be an der G.S. Bali Town Group II
15.00 – 17.00

Zweimal in der Woche ist Time2be. Am Donnerstag dann auf dem großen Fußballfeld am Markt. Dieses Time2be steht noch aus, und ist für Kinder, die eher im Zentrum von Bali leben und Njenka zu weit entfernt ist.

Freitag
G.S. Gungong
13.00 – 14.00 ICT

Die böse Inspektorschule. Wieso böse? Weil sie gut eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt liegt. Der Inspektor of basic education, auf deutsch etwa Grundschul-Inspektor, ging auf diese Schule, lebt in der Nähe und möchte der Schule zeigen, dass auch sie einen Nutzen davon hat, dass er nun Inspektor ist. Da er das letzte Wort hat an welchen Schulen wir unterrichten, aber auch wirklich nett ist, unterrichten wir also auch am äußersten Rand von Bali, der Gungong. An dieser Schule sind dir die ersten Freiwilligen und deutschen Lehrer. ICT wurde sonst vom Klassenlehrer unterrichtet und nun komme ich und lass ihre Äuglein scheinen. Die Kinder scheinen interessiert zu sein, wissen aber noch kaum etwas über ICT. Da ich sonst mit sechs gleichen Niveaus rechne, muss ich mir für diese Schule wahrscheinlich ein ganz neues Programm ausdenken und von ganz vorne anfangen. Mal schauen, vielleicht bekommen sie in der nächsten Stunde ja einen Geistesblitz.

Und am Wochenende dann erleben, erleben und essen. Gegessen wird hier eh sehr viel, habe ich das Gefühl, und wie ich das gerade Schreibe, habe ich gegessen und schon wieder hunger. Bratkartoffeln aus Süßkartoffeln gab es, sehr lecker!

Apropos Essen, ich möchte noch einmal an den Rezeptewettkampf erinnern.
Klickt einfach auf „Rezeptewettkampf“ und hinterlasst ein leckeres Rezept in den Kommentaren, was wir dann nachkochen und in unser Rezeptebuch eintragen können. Es wird jedes Rezept ausprobiert und ordentlich dokumentiert!

Die deutsche Botschaft in Paris


Vor gut zwei Wochen erreichte mich eine e-mail der Deutschen Botschaft in Paris. Sie fragten mich, ob sie im Rahmen der überregionalen Öffentlichkeitsarbeit Deutschlands und ihrer Zuständigkeit für die französischsprachigen Subsahara-Staaten ausgewählte Artikel von mir in französische Übersetzten und auf ihrer Internetseite veröffentlichen können.

Nach ein bisschen e-mail Kontakt, habe ich herausgefunden, dass eine zuständige Redakteurin den HNA-Artikel über mich und mein Auslandjahr gelesen hat.
Die Artikel werden von einer Muttersprachlerin ins französische übersetzt und auf http://www.allemagne-afrique.diplo.de/ mit Angabe meines Blogs als Quelle veröffentlicht.

Mal sehen inwiefern ich da etwas von mitbekomme, ist ja alles auf französisch. Ich hoffe nur, dass die Zusammenarbeit reibungslos und ohne Komplikationen vonstatten geht.

Gut gefühlt habe ich mich bei Interesse von der Botschaft schon ein bisschen. ;)