Dienstag, 25. März 2014

Gardening Project – was wächst, das wächst

Dryseason: Tagsüber heiß, Nachts kalt, kein Regen. Dezember bis Anfang März.

Rainyseason: Tagsüber warm, Nachts warm, Regen Regen Regen, immer Regen. März bis November.

Regen, das hab ich von der Schule mitgenommen, ist Wasser in Form von Tropfen, welches vom Himmel kommt und alles ganz nass macht. Pflanzen brauchen wiederum Wasser um zu wachsen. Dann ist doch jetzt, zum beginn der Regenzeit, der perfekte
Unsere erste Generation Bohnen vor ihrer Ernte


Die Karöttchen, hier noch klein und brav

Wassermelone, seht ihr die ca. 2cm große Wassermelone unter der Blüte?

Der frisch arrangierte Garten, mittlerweile sind noch ein paar Reihen dazugekommen

Die Bohnen nach dem Trocknen, diese Bohnen kann man wieder einpflanzen

Die Baumschule, Salat und Kohl, geschützt vor dem Regen

Die übrigen Bohnen, vielleicht werden sie schon an Schüler*innen verteilt

Die Bohnen wurden nach dem "Spot-Manuring"-System gepflanzt


Die Karöttchen, ca. 5cm groß

Fleißig pflanzende Primaries
Moment etwas zu pflanzen. Deshalb starten wir jetzt mit unserem Gardening Project durch, an der staatlichen Schule Bali Town I wird uns ein Feld von ca. 20 Metern mal 40 Metern zur Verfügung gestellt. Die Schüler haben zusammen mit dem Schulleiter und den Lehrern Gartenbeds, Reihen von gehäufter, gelockerter Erde, außerdem ein paar Autoreifen mit Dünger und reichhaltiger Erde für die "Baumschule" (hier heißt es Nursery, ich denke Baumschule ist die beste Übersetzung) vorbereitet und ein Regenschutz für die Baumschule gebaut.

Die Idee hinter dem Projekt ist folgende:

Wir, Laura und ich, kommen zur Schule und oft sind einige Schüler abwesend. Das hat verschiedene Gründe, Krankheit, Abwesend wegen einer wichtigen Feier, Markttag und das Kind muss arbeiten. Ein Grund das viele Kinder fehlen ist leider auch, dass die Eltern die Schulgebühren nicht bezahlt haben, da kann es sein, dass das Kind nur alle zwei Wochen da ist, weil die Eltern die monatlichen Gebühren erst Mitte des Monats bezahlen können.
Wir wollen versuchen mit den Samen die wir haben, die Kinder und die Familien dieser Kinder zu entlasten. Die Schüler sollen von dem Gewinn profitieren, den Eltern entweder Geld nach Hause bringen, damit mehr Einkommen vorhanden ist, oder wenn möglich, und das ist das Langzeitziel, eigene kleine Gärten errichten und ihre Schulgebühren selber erwirtschaften können.
Zusätzlich ist eine Farm, eigentlich hat jede Familie hier ein Feld, eine gute Nebeneinkunft. Die Kinder sollen Verantwortung für den Garten aber auch die benötigten Gärtnerfähigkeiten erlernen.
Mit den Samen, die wir zur Verfügung gestellt bekommen haben wollen wir in der ersten Generation die Schulfarm bepflanzen, dann wollen wir Samen reproduzieren und diese auch an Schüler aushändigen.
Grüne Bohnen die wir schon am Anfang der Dryseason gepflanzt haben sind nun gewachsen, gereift, wurden getrocknet und die gewonnen Samen wurden mittlerweile wieder eingepflanzt. Während wir bei der ersten Pflanzung ungefähr ein Drittel solch eines Gartenbeds bepflanzen konnten, haben wir nun schon ein ganzes Gartenbed mit Samen bestückt und haben trotzdem noch mehr als die Hälfte der Bohnensamen übrig.

Was haben wir gepflanzt?


Im Dezember:

Grüne Bohnen


Die grünen Bohnen oder Brech-/Gartenbohnen sind mittlerweile schon geerntet, getrocknet und neu eingepflanzt wurden.

Okrah


War leider kein Erfolg, das Feld wurde kaum bewässert und Okrah brauchte zu viel Wasser.

Karotten


Wachsen noch bis Mai/Juni vor sich hin, die größten sind ungefähr fünf Zentimeter lang.

Wassermelone


Besonders schwierig. Wassermelonen brauchen besonders viel Wasser, aber auch besonders viel Sonne. In Bali ist es außerdem eigentlich zu kalt für Wassermelonen. Drei Pflanzen haben überlebt, ranken und blühen, eine einzige klitzekleine Wassermelone ist auszumachen.

Im März:

Salat


Muss geschützt in der Baumschule keimen, ist aber wohl schwierig hier in Bali. Wäre schön wenn Salat funktioniert, weil er eigentlich wenig Arbeit bedeutet, aber teuer verkauft werden kann.

Kohl


Ein Kohl kostet ungefähr 200 CFA. Drei Reihen mit Kohl könnten gut 20000 CFA einbringen, was einige Schulgebühren bedeutet.

Brokkoli


Kennt hier noch kaum jemand und ist ziemlich teuer. Müsste dann wahrscheinlich in Bamenda verkauft werden.

Zucchini


Kannte gar keiner. Ist ein Experiment und kann teuer in Bamenda verkauft werden.

Senf


Wie gehe ich mit Senf um? Ist auch ein Experiment, Senf wächst wohl unglaublich schnell und kann immer noch als Gründünger benutzt werden.

Rettich


Habe ich hier noch nie gesehen, ist auch ein Versuch.

Schwarze und grüne Bohnen, verschiedene "Vegetables", also Grünzeug, was zu einem spinatähnlichen Gericht verarbeitet wird, echt lecker.

Dank der Regenzeit müssen wir uns um Wasser keine Sorgen mehr machen, das einzige was bleibt ist die Düngung. Wir verwenden Naturdünger, bis jetzt nur Kompost. Wahrscheinlich werden wir noch Kompost irgendwoher beziehen müssen, da wird eben eine reichhaltige Ernte sehen wollen.

Das wäre mal wieder ein kurzer Text über meine Arbeit hier in Bali. Der grüne Daumen fehlt mir zwar immer noch, aber wir arbeiten mit erfahrenen und motivierten Leuten zusammen.


Let it grow!

Samstag, 22. März 2014

2. Halbzeit

18.02.2014, mittlerweile ist der 18.03 schon vorbeigerauscht, das ist das Datum meiner Halbzeit. Sechs Monate sind meine Mitfreiwilligen und ich damit schon hier, in den verschiedensten Ecken von Kamerun. Heute am 21.03. sind wir also schon im achten Monat. Lea meint gerade es seien noch 19 oder 20 Wochen bis zu unserer Ausreise.
Ich werde gerade ein bisschen melancholisch, da auch eine etwas traurige Melodie im Hintergrund dudelt, eine kleine Träne läuft über meine linke Wange.

Genau wie beim Fußball auch (ist es noch Fußball oder Fussball nach der Rechtschreibreform?) haben wir zur Halbzeit eine kleine Pause bekommen, das Zwischenseminar in Yaounde stand an.

Das Zwischenseminar


Quasseln...
Es hieß mal wieder den Rucksack zu packen und den Bus zur Haupstadt zu nehmen, diesmal bekamen wir aber Luxus pur, unser Freund Florian, ein deutscher Doktor, musste genau in jener Woche auch nach Yaounde, wir bepackten also eher den Jeep mit Klimaanlage, eigenen Sitzen und nettem Driver und rauschten mit einigen Umwegen, dazu gehörten: Verfahren, Wasserfall anschauen, lecker Ziegenfleisch essen, rumirren in Yaounde, zu einem Mitfreiwilligen in Yaounde. Alexander hat uns schon einmal in Bali besucht, ist ein netter, zuvorkommender Franke (vielleicht finde ich ihn daher so Sympathisch, meine Familie mütterlicherseits hat sich auch in der schönen Umgebung Nürnbergs niedergelassen), und versprach uns, bei seiner Gastfamilie unterkommen zu können.
Der Gastvater fuhr zusammen mit uns sogar noch eine gute Stunde durch Yaounde, um gegrillten Fisch zu kaufen. Am nächsten Tag sogar ganz selbstlos bis ans andere Ende der Stadt, um uns zum Seminarhaus zu bringen.


...essen...
...malen...



Das Seminarhaus, eine Ansammlung von schicken, weißen Häusern an einem stark abfälligen Bergchen, das Gelände nach dem Einkauf zu erklimmen war immer wieder eine Qual, auch das Auto des Gastvaters durften wir den Berg hochschieben, der Motor hatte es alleine nicht geschafft.
Diese Lage hatte Vor- und Nachteile: ein Vorteil war die Ruhe, wir waren wirklich ungestört und trotzdem nicht weit von der nächsten Bar entfernt. Der große Nachteil war dann das Wasser. Wasser muss den Berg genauso erklimmen, wie wir auch. Deshalb kam das Wasser nur dann und wann mal, wenn genug Druck auf der Leitung war: um sechs Uhr morgens und Abends.

Ein großteil unser „Kamerun-Familie“, alle IB-Freiwilligen, war schon da, es wurde sich umarmt, geküsst und Scherze über die so plötzliche Gewichtszunahme gemacht (wobei eigentlich nur ich darüber scherzte, ich bin der einzige der an Gewicht verloren hat).
...spielen...
Einige Freiwilligen hatten wir schon seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen, umso größer war die Freude zu sehen, dass alle sind noch genauso bekloppt sind wie eh und jeh.

Das Seminar war wieder wie ein IB Seminar eben so ist: Die Nachfrage bestimmt das Programm. Nach Einleitung und Organisatorischem kam also gleich die Frage, mit welchen Themen wir uns denn befassen wollen.



Fundraising, Spenden sammeln, war ein Thema. Um uns zu sensibilisieren führten wir ein Rollenspiel nach der Fishbowl-Methode durch: Ein Freiwilliger, ein Spender, ein Spendenempfänger (Ngo-Gründer, Schulleiter), ein Mitarbeiter des Empfängers und ein Kind, bei dem die Spenden ankommen sollten, sollten ihre Position zum Thema Spenden in einer Gruppendiskussion verteidigen.
...bei Tag und...
Eine Musterlösung gibt es natürlich nicht, aber diese Gruppendiskussion lädt zum Nachdenken über Spenden und die Erwartungshaltung gegenüber dem Freiwilligen ein.

Weiter Themen waren eine kleine Antirassismuseinheit, Sensibilisierung für Berichte nach Hause, „Probleme im Projekt, wo stehe ich in meinem Projekt“, „Was habe ich erreicht und was möchte ich noch erreichen?“, dazu waren zwei Referenten, Michael und Duplex, da um zu berichten, welche Projekte möglich und sinnvoll durchzusetzten sind, und ein Themenblock über Gewalt im Projekt.
...bei Nacht. Bei unserem Zwischenseminar in Yaounde.

Das Seminar war entspannend und anstrengend zu gleich, es gab viel zu erzählen, ich wollte mit allen reden, alles erfahren, alles wissen, und dann war es eine Abwechslung zur Arbeit, später aufstehen, mal wieder zuhören und nicht immer selber reden, das Zusammenarbeiten mit gleichaltrigen.

Insgesamt war das Seminar gelungen und hat Spaß gemacht, die Themen waren interessant, wenn manchmal auch etwas anstrengend. Ein paar mehr Zeilen zum Seminar habe ich noch in meinem zweiten Bericht an den IB geschrieben.

Erst Kamerun-Familie, dann Familie in Kamerun


Direkt im Anschluss des Seminars, am 7.02., sollte mein größter Bruder Fritz mitsamt Freundin Jana und Baby Elli mich besuchen kommen.
Wieder mit unserem „Private Driver“ Doktor Florian machten Laura und ich uns von Douala nach Yaounde auf den Weg, von einer Großstadt zur nächsten.
Am Flughafen wurde noch kurz etwas gesnackt, schon war es Zeit, das Flugzeug landete und wir warteten nur noch auf Fritz, Jana und Elli, Florian wartete auch, aber auf seine Verlobte Mona und die Kinder Juri und Eda.
Mona und Kinder kamen aus der Gepäckhalle, wir freuten uns riesig, kurze Zeit später kam auch Jana mit Elli, wuhu!
Aber wir warteten noch auf die Koffer und warteten und warteten. Auch als der letzte Koffer die Gepäckhalle betrat, Fritz' und Janas waren nicht dabei.

Was für ein nettes Willkommen: 35°C, 100% Luftfeuchtigkeit, keine Koffer, ein schreiendes und schwitzendes Baby. Wir schickten die Mädels ins Hotel, Fritz und ich gaben noch das Fehlen der Koffer auf.

Eine kleine Quizfrage:

Was machst du in einem fremden Land, ohne Koffer, ohne Kleidung, ohne Zahnbürste, ohne Windeln, ohne alles?

Wir fuhren schließlich etwas später ins Hotel, aßen etwas, sahen zu, das es Elli so gut wie möglich geht, kauften endlich noch ein paar Utensilien für die körperliche Pflege. Zum Glück hatten wir Florian und Mona in Yaounde, sie gaben Elli Anziehsachen und sonstiges Babyzubehör.
Wir entschieden uns dann, die Mädels mit Florian nach Bali zu schicken, dort ist es kühler und angenehmer für das Baby, außerdem sind wir dort zu Hause und es ist einfach angenehmer zu Haus. Fritz und ich blieben einen weiteren Tag in Douala, in der Hoffnung, die Koffer kämen am nächsten Tag. Wir wechselten das Hotel, verbrachten einen trotzdem schönen Tag in Douala und: wir bekamen die Koffer am nächsten Tag zur gleichen Zeit!
Am nächsten Tag fuhren wir dann mit unserem Freund dem Fahrer Julius nach Bali und trafen im Haus dann Elli, Jana und Laura wieder. Im Endeffekt ist noch alles gut verlaufen. (Wie ich hörte kamen die Koffer beim Rückflug auch zwei Tage zu spät an, haltet euch von Airfrance und Paris fern!)

Fritz, Jana und Elli in Bali


Gregory bewies mal wieder den guten Freund und Gastgeber und stellte meiner Familie sein Gästehaus zur Verfügung: Wohnzimmer, Küche, Bad und drei Zimmer, dazu meistens fließend Wasser und Elektrizität.
Das Haus steht auf dem Compound von Gregorys Familie, seine Schwestern, Cousinen und Neffen und Nichten wohnen dort. Ein nettes Stück Land, viele aktive Kinder und freundlichen Nachbarn.

Jana, Elli und Fritz. Das Shirt, welches Fritz trägt ist aus dem Stoff von Gregorys Familie gemacht.
Mit Baby ist man leider weniger mobil als ein kleiner Freiwilliger, deshalb reduzierte sich der Besuch meiner Familie auf Alltag in Bali, Kurztrips nach Bamenda, Anschauen der balieigenen Wasserfälle, und dem allabendlichen Bier.
Nach der ersten Hälfte war es berauschend schön ein Stück der Familie wiederzusehen, Baby-Elli ist gut 20 Zentimeter gewachsen (bald ist sie schon 18 Jahre alt, dann gehts ab in den Club), Fritz ist genauso verplant wie eh und jeh, verlor zweimal sein Handy, steht aber jeden morgen um sechs Uhr mit Elli stramm, geht einkaufen und Frühstück machen, mein großer Bruder ist ein toller Vater.
Elli fand das Handy immer wieder.



Die Attraktion in Bali: Ein schnallt sein Kind um und trägt es umher.
Es war einfach zu heiß in Limbe.



Viel erlebt haben wir eigentlich gar nicht, für mich war jedenfalls nicht viel Neues dabei, umso mehr gab es natürlich für Fritz und Jana, besonders aber für Elli. Kaffe wird auf dem Hof getrocknet, Elli stürzt sich ins Kaffeebad und probiert jede Bohne aufs Neue, sieht ganz viele schwarze Babies, schwarze Mamis wollen sie adoptieren, hört aus jeder Richtung „ELLI“, wird angefasst, bestaunt, gestreichelt, gelobt, geklapst, alle Sinne wurden bis zum heulen ausgereizt.
Ganz viele Äffchen im Wildlifepark in Limbe.
Besonders in Gregory hat Elli einen guten Freund gefunden, sobald Gregory über die Türschwelle trat, strahlte Elli, lachte, krabbelte auf ihn zu.
Dann hatte Elli eine Menge Firsts: Das erste Mal Krebs gegessen, das erste Mal Krokodil gegessen, das erste Mal im Meer, das erste Mal in Kamerun/Afrika, das erste Mal dies und das erste mal das.

Youthday, Tag der Jugend

Am 11.Februar ist ein Nationalfeiertag in Kamerun: der Youthday, übersetzt Tag der Jugend. Was wird gefeiert? Die Wiedervereinigung Kameruns, oder die Bilingualität, oder der Präsident, oder sonst was. Aber absolut nicht die Jugend. Der Tag heißt möglicherweiße Youthday, weil die Jugend gezwungen wird zu marschieren. Eine jede Schule, Kindergarten, Organisation, Verein muss sich an diesem Tag präsentieren. Es wird vor einer großen Bühne, vor Politikern und Bürgermeister, vor wichtigen traditionellen Autoritäten, vor wem auch immer marschiert. 
Dazu wurde drei Wochen davor jedem Schultag zwei Stunden abgezogen, weniger Mathe und Englisch unterrichtet, dafür Marschiert, Marschiert, Marschiert. Alle im Gleichschritt zu "I'm marching in,...". 


Ob der Tag so gelungen war? Einigen Kindern hat es Spaß gemacht, den meisten Erwachsenen gefällt der Tag, ich fand ihn leider pervers, man lässt Dreijährige marschieren, und völlig verfehlt.

Wandaful!


Mit Fritz zusammenzusitzen, zu sagen „Wow du bist jetzt hier bei mir in Kamerun“, anzustoßen, über die Familie aber auch Gewohnheiten der Balianer zu lachen, den Sonnenuntergang im Meer zu genießen, einfach Wandaful.

Elli zuzuschauen, wie sie Steht, probiert, krabbelt und entdeckt. Wandaful.

Zusammensitzen, Carcassonne spielen, eine Kanne Kaffee nach dem anderen trinken. Wandaful.

Pizza backen, Schokolade inhalieren, Gummibärchen vernaschen, einfach mal schlemmen. Wandaful.

Ihre letzte Woche verbrachten wir dann noch im Meer, in Limbe, schwarzer Sand, dreißig Grad, Sonne. Wandaful.
Das könnte ein Foto von mir sein, Kamera + Baby-Max = Schlechte Laune

Zuletzt dann Wegbringen am Flughafen, eine herzliche Verabschiedung, eine weitere Träne über meine Wange. Wandaful.

Das was noch übrig bleibt ist ein Danke. Danke, dass ihr mich besucht habt, es war einfach Waaaaandaaaaaful, I quell you!

2. Zwischenbericht während des Freiwilligendienstes

Ich wollte meinen lieben Lesern mal einen Einblick in unsere Berichterstattung gegenüber unserem Arbeitgeber, dem IB, geben. Also veröffentliche ich in diesem Post einfach mal den 2. Zwischenbericht. Ein paar Stellen habe ich ausgelassen, die sind Privat oder uninteressant.

Name der/des Freiwilligen: Max Mosig

Zeitraum des Freiwilligendienstes:

Einsatzstelle und Land: Bali - CAMAAY - Kamerun


  1. Situationsbeschreibung
    1. Zunächst zu deinem Zwischenseminar – Wie war dieses Seminar für dich? Was war wichtig? Was hat dir gefallen, was weniger?

Das Seminar war gut. Es war schön einmal wieder alle meine kamerunischen Mitfreiwilligen zu sehen und sich mit ihnen auszutauschen, zu tratschen und über all die schönen, aber auch die unschönen Momente der bisherigen Hälfte zu erfahren. Zusätzlich war das Seminar hilfreich, um unsere Mentorin Magdalena genauer kennenzulernen.
Da auch das Zwischenseminar wie ein IB-Seminar aufgebaut sein sollte, wurden die Themen zusammen gefunden, erarbeitet und über diese geredet. Wichtig war für mich über Fundraising zu sprechen, denn auch wenn ich schon eine meiner Meinung nach ausgearbeitete Auffassung über dieses Thema habe, ist es doch schwierig im Alltag und besonders mit Patrick damit umzugehen.
Den Niveauunterschied zwischen einem vom IB angeleiteten Seminar und diesem Zwischenseminar hat man gemerkt, war aber wenig ausschlaggebend und nicht weiter schlimm. Magdalena und Dina haben sehr gute Arbeit geleistet, waren freundlich und spontan und insgesamt nenne ich das Zwischenseminar als gelungen.

    1. Gibt es Impulse oder Fragen, die du dort bearbeiten oder mitnehmen konntest?

Antirassismus und Vorurteile: Ich merkte schon vor dem Seminar, das ich wieder in die alten Muster hineinfiel und voreilig schnell und unbewusst über fremde Menschen urteilte. So finde ich, dass dieses Thema ein erneut wichtiger Impuls für mich aber auch meine Mitfreiwilligen war.
Eine Frage die mich dauerhaft beschäftigt ist, was ich nach meinem halben Jahr Erfahrung überhaupt noch erreichen möchte, in welche Projekte stecke ich Energie, welche Projekte lasse ich gehen?

    1. Hast du dir für die kommende Zeit etwas konkretes vorgenommen? Wie geht dieses Vorhaben voran?

Fortführen des gewaltfreie Erziehung Projektes „Step by Step to a nonviolent education“, mit einer weiteren Schule, und einem mit Patrick abgesprochenem Projektfahrplan.
Zusammenstellen einer Antivirus-CD. Viele Kopierläden und Computerschulen können nicht gut arbeiten, da ihnen Computerviren die Computer kaputt machen. Die freeware Programme sind heruntergeladen und müssen nur noch von der CD installiert werden.
Zusammenstellen einer Lern-CD für Grundschullehrer. Besonders in den logischen Fächern wie zum Beispiel Mathe fehlt den Kindern das Gefühl für dieses Fach, Lösungen werden auswendig gelernt und die Thematik nicht verstanden. Mithilfe von YouTube-Videos wollte ich eine Lern-CD mit möglichen Methoden und weiteren Übungen für die Schüler aber auch die Lehrer zusammenstellen.


    1. Gibt es Unterstützungsbedarf von unserer Seite, den du hier gerne benennen möchtest?


    1. Hast du Gedanken zur Fortführung des Projektes als Einsatzstelle für zukünftige Freiwillige?

Patrick, mein Vorgesetzter und Chef von CAMAAY, ist schwierig zu handhaben, und exzentrisch, trotzdem würde es mich traurig stimmen, Bali als wundervollen Einsatzort zu streichen. Die balische Gemeinschaft ist wundervoll, die Lage ist traumhaft und das Projekt macht Spaß und ist eine gute Erfahrung.


    1. Wie kommst du inzwischen mit der Sprache im Gastland zurecht?

Wandaful. Mein Englisch wird von Woche zu Woche einfacher, ich spreche viel flüssiger als zu beginn, habe kaum noch Probleme das Gesprochene zu verstehen, benutze aber auch ein viel simpleres Englisch.
Das Pidgin versaut mir mein Englisch.

    1. Wie geht es dir mit deiner Arbeit?

Gut.

    1. Wie gestaltet sich das Verhältnis zu deiner Anleiterin oder deinem Anleiter in der Einsatzstelle? Hast du eine weitere Person in deinem Gastland, die dich begleitet (z.B. Mentor/in, Koordinator/in für Freiwillige, „privater“ Kontakt)? Welche Bedeutung hat oder haben diese?

Meine Mentorin ist Magdalena. Unser Verhältnis baut sich nach dem Prinzip „Mir geht es gut, ich melde mich nicht“ auf. Magdalena ist trotzdem an meinem Wohlbefinden interessiert und ruft uns gelegentlich an.

    1. Wie geht es dir ggf. mit deinen Mit-Freiwilligen oder Menschen die dir auf der Arbeit oder im Zusammenleben sehr nahe sind?


    1. Inwiefern hast du an uns als deine Ansprechpartner vom IB den Wunsch nach einer Intensivierung bzw. Veränderungen im Kontakt? Wie erlebst du unser Kontaktangebot und die pädagogische Begleitung?

Ich habe bisher zwar noch nicht viel erlebt, bin aber zufrieden, ich denke ihr seid für mich da, wenn ich euch brauche. Diese psychische Unterstützung reicht mir vollkommen.


  1. Finanzen und Förderkreis

  1. Inwiefern spielen finanzielle Fragen für dich eine Rolle in deinem Freiwilligendienst?

Ein bisschen knapp ist mir das vorhandene Geld schon, kann mich aber auch nicht beschweren, da ich viel Reise, viel Geld für dies und das ausgebe und auch für unsere Projekte ein teil draufgeht. Insgesamt denke ich, das mir das Geld gut ausreichen könnte.


    1. Welche Erfahrungen hast du mit dem Aufbau eines Förderkreises gemacht – finanzielle und ideelle?

Größtenteils Gute. Es hat Spaß gemacht, mich unter die Leute gebracht, mein Selbstbewusstsein gestärkt und mich überzeugt, diesen Freiwilligendienst anzutreten. Andererseits war dies, mit Abistress, Impfungen, Visum und Seminaren auch viel Arbeit. Trotzdem ist der Lebensabschnitt „Vor dem Freiwilligendienst“ zu dem der Förderkreis gehört eine Zeit gewesen, die mir viel Spaß gemacht hat, meine Kreativität gekitzelt und meine Kraft genutzt hat.

  1. Blick zurück und nach vorne:
    1. Das Jahr ist zur Hälfte vorbei. Mit welchem Gefühl schaust du auf die vergangenen 6 Monate zurück?

Ich bin traurig, dass schon sechs Monate vorbei sind. Da hilft mir Gedanke an mein Abreisedatum aber auch nicht weiter.

    1. Was waren Highlights, was dunkle Momente?

+ Die erste Beerdigung (Highlight!), das erste mal zum Essen eingeladen, durch Bali laufen und von jedem gegrüßt zu werden.
- Zwei Wochen Stromausfall vor Weihnachten (ziemlich dunkler Moment...)


    1. Was nimmst du aus dieser Zeit mit?

Meine gekauften Masken, Geduld, das schlechte Englisch, ganz viele verschiedene Impulse.

    1. Mit welchem Gefühl schaust du auf die kommenden 6 Monate?

Mit den Augen voraus, weitermachenen und positiv denkendem Gefühl.

    1. Was wünschst du dir für diese Zeit?

Das ich immer über mich selber lachen kann.

    1. Deine Anmerkungen:

Es wäre nützlich die Rolle von Patrick, den Freiwilligen und auch dem IB gegenüber Patrick genauer zu definieren. Ich habe mitbekommen, dass in vielen Projekten Spannungen zwischen Arbeitgeber und -nehmer herrschen, ich denke das ist ein Fehler zwischen den verschiedenen Erwartungen.

Liebe Grüße an das IB VAP-team.





Und liebe Grüße an euch aus Bali.




Mittwoch, 29. Januar 2014

Step by Step to a Nonviolent Education

Ein kleiner Artikel über die Arbeit und ein Spendenaufruf.

Was macht denn so meine Arbeit? Time2be läuft, die Kinder bekommen jeden Montag und Donnerstag Laura und Max auf einen Platz gesetzt und müssen spielen. Fussball, Handball, Dodge (ein echt gutes kamerunisches Spiel, ein Kind muss einer Socke gefüllt mit Erde, Sand oder weiteren Socken ausweichen); Springseile, Wettkämpfe, Parkour, Spiele wie "Fischermann, Fischermann", "Drachenjagd" oder "Kettenfangen", Kartenspiele wie "UNO" oder Blackjack und als absolutes Highlight: Papier und Buntstifte, manchmal Mandalas, mit Vorlagen oder einfach nur frei Schnauze. Das Papier bezahlen wir bis jetzt aus unserer Tasche, das wird aber langsam Teuer, ein Päckchen mit 200 Blatt kostet ungefähr sieben Euro, lassen wir Mandalas kopieren kosten hundert Kopien ungefähr vier Euro. Buntstifte haben wir zum Glück noch, die werden aber auch immer weniger und weniger.

Die Schulen schleppen sich so her, vieles was von uns erwartet wird, also im Lehrplan steht ersehen wir als sinnlos an so zu unterrichten, wie es unsere Möglichkeiten hergeben. So sollen die Schüler*innen zum Beispiel am Ende des Jahres erklären können, wie sie bei einem Text die Schriftart, -größe und die gesamte Formatierung ändern können, ein Computer haben sie deshalb aber noch lange nicht angefasst. Wir versuchen einerseits, so zu unterrichten, das die Kinder das gelernte auch verstanden haben, nicht nur auswendig gelernt, und das sie das Wissen später auch anwenden können. Von Gregory haben wir ja zugesichert bekommen, den Computerraum von Ashia in Bali zu benutzen, bis jetzt fehlte uns aber die Zeit, dies zu organisieren. Die Tests schreiben wir mittlerweile am Computer und lassen sie drucken, für unsere ungefähr 500 Schüler macht das pro Testsequenz 15 Euro.

Unser Gardening-Projekt ist mit einem kleinen Feld angelaufen, mittlerweile wachsen Karotten, Okrah-Schoten, Grüne Bohnen und Wassermelonen vor sich hin, glücklicherweiße haben sich die umliegenden Feldbesitzer zusammengetan und ein Loch graben lassen in dem sich nun Wasser sammelt, wir dürfen das Wasser mitbenutzen.

Unsere letzte große Aufgabe war ein "non-violent education"-Projekt (Gewaltfreie Erziehung) an der Holy Infants School. Die ganze letzte Woche kamen wir an diese eine Schule (echt erholend, wenn man sonst täglich die Schule wechselt) und haben über Gewalt, die Ursachen, Auswirkungen und Alternativen jener geredet. Wir haben mit den Lehrern Meetings gehalten, ihnen alternative Methoden vorgeschlagen und sie erarbeiten lassen, was man ändern kann und wie man dies ändern kann. Wir haben zusammen mit den Kindern Klassenregeln aufgestellt, ein Plakat gebastelt und sie unterschreiben lassen. Zusätzlich haben wir noch in allen Klassen ein Belohnungssystem eingeführt, gute Schüler*innen sollen durch einen positiven Vermerk auf einem Plakat dafür gelobt werden, das sie eben gute Schüler sind. Bald werden wir uns auch zusammen mit den Eltern in einer Art Elternabend wiederfinden, denn nur zusammen, Schüler, Lehrer und Eltern, kann eine gewaltfreie Erziehung wirklich funktionieren.

Aber wieso sprechen wir das Thema überhaupt an? Wir erleben immer wieder, das Kinder mit dem Stock geschlagen werden, meist auf den Handinnenflächen oder dem Kopf. Und das nicht nur von den Eltern, sondern auch den Lehrern, großen Geschwistern oder "Freunden". Das geht natürlich so weit, das sich auch oft die Kinder schlagen, die großen die Kleinen oder auch egal wer mit wem, hauptsache der andere tut danach, was "Ich" ihm sage.
Nun ist es nicht so das die Kinder bleibenden physischen Schaden davontragen, der Schmerz ist kurz und knackig, aber der Sinn dahinter bleibt uns doch etwas verschlossen. Meist wissen auch die Kinder nicht genau, was sie eigentlich falsch gemacht haben, sie wissen nur, dass sie irgendetwas felsch gemacht haben.
Das bringt uns dann zum Punkt "Gewaltfreie Erziehung". Wir möchten gerne auf dieses Thema aufmerksam machen, möchten möglichst viele Personen, Gruppen und Authoritäten auf dieses Thema bringen und wenn möglich, Step by Step (Schritt für Schritt) den Kindern eine etwas gewaltfreiere Erziehung ermöglichen.

Und das machen wir mit einem Positivbeispiel: gerade heute fragten wir die Lehrer der Holy Infants School wie es gelaufen ist, eine Woche ohne schlagen, mit anderen Methoden, ohne Gewalt, ohne Stock.

Die Antworten fand ich nach einer Woche schon überraschend: (kurzgefasst)

What difficulties did you face? (Welche Schwierigkeiten sind aufgetreten?)

"The kids are more "free". They are more stubborn now."
"Die Kinder waren eher ungehemmt, sie sind dickköpfig."

What did change in general? (Was hat sich im allgemeinen geändert?)

"They are also more free to participate in class, ask more questions and are not afraid to say something wrong."
"Die Kinder haben aber auch viel weniger Hemmungen sich in der Klasse zu beteiligen, sie fragen mehr und haben weniger Angst etwas Falsches zu sagen."

Und für mich die schönste Antwort: "Die Kinder sind jetzt freundlicher."

Das gibt uns den Anreiz, das ganze zu zeigen, wir marschieren am Tag der Jugend am 11. Februar mit einem Banner "Step by Step to a non-violent education", tragen T-shirts mit diesem Spruch und wollen Flyer verteilen, möglicherweiße noch etwas im örtlichen Radio sagen. So ists der Plan, an was das ganze scheitert: am Geld.
CAMAAY ist eine NGO und bezieht deshalb kein bis kaum Geld von der Regierung und ist auf Spenden angewießen.

Was wir noch brauchen sind die T-shirts und Flyer. T-shirts wollen wir für ungefähr 25 Kinder und uns bedrucken lassen, von den Flyern wollen wir gut 1000 drucken lassen.


Deshalb benutze ich diesen Artikel als kleinen Spendenaufruf. Wer Laura und mich mit einer kleinen Spende unterstützen möchte, kann diese auf folgendes Konto (s.u.) überweisen.

Max Mosig
Kto: 1019301264
Blz: 120 300 00
Deutsche Kreditbank AG
Verwendungszweck: Spende an Time2be / Gewaltfreie Erziehung

Auch schon kleine Beträge helfen uns sehr, über Sachspenden an unsere Postbox freuen wir uns natürlich auch riesig.

Laura Liebler, Max Mosig
76997102
P.B. 166 Bali
North-West-Region
CAMEROON

(Am besten einfach draufschreiben "Bibles for Children" oder "God bless this package", dann soll es schneller gehen.)

Danke und liebe Grüße



Samstag, 25. Januar 2014

Heimbericht, die Zweite

Ich habe mal wieder etwas zu erzählen.

Eine lange Zeit ist vergangen, seit ich meinen letzten Heimbericht veröffentlicht habe. Also handelt der folgende Text darüber, was ich die letzten zwei Monate in Kamerun erlebt habe.


Yaoundé



Die Hauptstadt Kameruns, das politische Zentrum, Regierungssitz, 1.5 Millionen Einwohner. Erster Eindruck mit Parks, Joggern, Yoga- und Aufwärmgruppen, Statuen, Bäumen, Clubs, Einkaufszentren: absolut Positiv! (Gleich noch was zur größten Stadt Douala, welche mir etwas Angst vor Yaoundé gemacht hatte)


Wir hören regelmäßig: "Mein Bruder studiert in Yaoundé" – "Meine Familie wohnt in Yaoundé" – "Mein Onkel ist Anwalt in Yaoundé". Alle Busunternehmer werben mit der Fahrt nach Yaoundé für 5000 CFA, also sollten wir es doch auch einmal probieren und unsere Mitfreiwillige Sabine besuchen.
Abends um sieben schleppten wir uns also mit Isomatte und Schlafsack bepackt zum Busbahnhof "Vatican Express", buchten unsere Fahrt nach Yaoundé und saßen noch bis halb Zehn in einer kleinen Snackbar. Um Zehn sollte der Bus den Motor starten und uns zur Hauptstadt fahren, um elf ging es also "pünktlich" los.
Der Nachtbus: Groß, sauber, schnell, schlafen, keinen ganzen Tag verschwenden... einige Vorteile.
Nachteile: eher unsicher, doch nicht schlafen, den nächsten Tag gerädert verschlafen, man fühlt sich nach jeder langen Fahrt eklig.


Wir kamen trotzdem gut um sechs Uhr morgens an, holten uns ein Taxi und merkten schon: Yaoundé ist riesig, und teuer! Man fährt einfach Stundenlang von A nach B, weil eben alles so weit auseinanderliegt, Öffentliche gibts nur ganz wenig und jeder nimmt ein Taxi, die Straßen sind zu klein und es gibt einfach zu viel Verkehr.


Die Innenstadt ist aber ganz anders, es gibt Eisdielen, Musikläden, Supermärkte, Elektrogeschäfte. Alles total europäisch, daneben aber auch die traditionellen Märkte, die kleinen Restaurants und Shops.


Mein Ausflug nach Yaounde war geprägt durch das Hilton Hotel, das Hilton, eins der besten Hotels mit einer wundervollen Aussicht vom elften Stock. Wir wurden von einer Freundin von Sabine eingeladen zum trinken, dort gab es alle Möglichkeiten von Cocktails und Alkohol, zu Preisen, die auch im elften Stock schwebten. Für die Freundin war das aber kein Problem, sie bezahlte und drängte uns doch noch einen Mojito für 8€ zu nehmen.
Da habe ich richtig gemerkt, das die Schere zwischen Reich und Arm ganz besonders in den Großstädten enorm ist, die einen flüchten aus ihren Dörfern vom Land und suchen in der Stadt nach dem Geld und ein besseres Leben, werden dann von der Stadt vollkommen ausgenommen um Reichen mehr Reichtum zu ermöglichen.


Grüße aus dem Hilton in Yaoundé
Ich merkte diesen Unterschied, weil ich in Bali sonst mit Menschen zu tun habe, die eher wenig betucht sind, sie fragen aber nie nach Geld, sondern sind glücklich und zufrieden mit ihrer Familie, ihrem Compound und ihren Freunden, in Yaounde war ich als weißer der große Geldbeutel, viele fragten mich nach Geld, oder wollten mir unbedingt dies und das verkaufen. Und dabei gibt es Kameruner, die viel mehr Geld haben, schon ihr drittes Haus bauen lassen, ein tolles Auto fahren. Ganz besonders in Yaounde.




 



Douala – Flughafen



Am 21.12 sollte die Mama und Schwester von Laura kommen, wir fragten ein paar befreundete Freiwilligen, ob wir bei ihnen Übernachten dürften und kamen am Tag davor in Douala an, es war heiß! Douala liegt ziemlich nah am Meer, ziemlich tief und durch die große Stadt heizt sich das Gebiet verdammt auf und das bei fast 100% Luftfeuchtigkeit. Es ist wahrlich grausam immer wieder zwischen 40° draußen und 18°C innen bei Klimaanlage zu wechseln.
Um zehn Uhr trafen wir uns mit unserem Fahrer am Flughafen, später sei gefährlich und schwierig mit dem Taxi, um drei Uhr morgens sollte das Flugzeug landen, um sieben Uhr saßen wir dann endlich im Auto nach Bali, neun Stunden warten im Flughafen, super!


Lela



Ein Festival stand an: Lela ist das Neujahrsfestival Balis und regional bekannt und beliebt. Es wird das Ende eines (welcher?!) Krieges gefeiert, die eine Hälfte verkleidet sich als Soldaten, beschmieren sich mit Dreck und Musterfarbe, schießen mit traditionellen Gewehren und tanzen, die andere sieht sich in traditionellen Anzügen wieder, es wird mit Flöten und Trommeln Musik gemacht und getanzt.
Es war echt erstaunlich, man hörte ab vier Uhr Nachmittags viele viele laute Knalle, die Jugendlichen liefen mit Gewehren rum, die Kleinen bastelten sich ihre eigenen Gewehre, welche mit Streichhölzern befeuert werden, aber auch einen unglaublichen Lärm machen.
Lauras Familie war genauso beeindruckt wie ich, hunderte Menschen, alle in traditionell dresses oder Soldatenkostüm, am Palast in Bali, die Luft stank nach verbranntem Schwarzpulver und Feuer.


























Weihnachten



Unser Weihnachtsbaum mit Geschenken
Happy Christmas in advance.
Das sagen unsere Freunde uns schon am ersten Dezember, Fröhliche Weihnachten im Voraus.
Der Adventskalender
Wir Deutschen feiern Weihnachten am 24. Dezember, das wollten wir beibehalten, gerade da Lauras Familie und Lea bei uns wohnten, so kauften Laura und ich nach und nach ein paar Weihnachtssachen zusammen, es gab einen Plastikweihnachtsbaum mit Kunstschnee, Plastikchristbaumkugeln, einen selbstgemachten Adventskranz und selbstgemachte Adventskalender, auf der Straße hörte man lautdröhnend Weihnachtslieder und die 30°C tagsüber störten dann auch nicht mehr.
Am 24. waren wir zusammen noch ein kleines muslimisches Dorf namens Baba besuchen, die Dorfbewohner sind gute Freunde von Gregory und er wollte uns einfach einmal eine kleine und total nette Dorfgemeinschaft zeigen, wie idyllisch das doch war!





Baba


Das ist Gregory

Baba


 
Marie mit einem drei Tage altem Mädchen
Der Stolz einer jeden Familie, Töpfe

Grüße auch aus Baba


 Weihnachtsabend



Das Weihnachtsessen
Am Abend fanden wir uns zum kochen zusammen, jeder kochte etwas, was er gut konnte, am Ende kamen dann gefüllte Pfannkuchen zusammen. An Füllung gab es Bohnen in Weißweinsoße, karamellisierte Karotten, Basilikumpesto, eine Olivenöl-Senf Soße, Mais, Oliven gebratene Paprika, allerlei Gemüse und Käse! Nach zwei von den Köstlichkeiten war man dann auch schon satt, es sollte ja noch ein paar Geschenke geben.
Wir bauten alle Geschenke in Tetris-Manier vor dem Weihnachtsbaum auf, die Lichterkette blinkte und ich führte die mosigsche Tradition des "man-muss-schon-eine-6-würfeln-um-ein-Geschenk-zu-bekommens-!" ein.
Nach der reichlichen Bescherung (zugegeben, die letzten Geschenke waren alle für Laura) war es auch schon eins, wir gingen alle mit unseren Geschenken ins Bett, ich mit meinen neuen Masken.


Kamerunisch Weihnachten wird wie überall anders auf der Welt am 25. mit Familie und Freunden gefeiert. Gregory lud uns ein, wir sollten lecker essen und gut quatschen, seine Familie kennenlernen und Weihnachten bei ihm genießen.




Weihnachtsshopping


Frohe Weihnachten an Daniela und Valentin



Jujus in unserem Compound!



Gregory sieht sich ganz oft verantwortlich für alles, er nennt uns Son und Daughter und wir ihn Papa, er meint, solange er die Möglichkeit hat sich um uns zu kümmern, will er das auch tun und schon einige Biere gehen auf seine Rechnung, mit der Ankunft Lauras Familie sah er sich neuen Aufgaben konfrontiert und entschied kurzerhand: Es müssen Jujus für Sabine und Marie tanzen!
Den Tag beschreibe ich einfach in Bildern:

Klickt mal aufs Bild, dann seht ihr mehr Details


Unser Wasserfall



Die ganze Gruppe ist erstaunt
In Bali gibt es einen Wasserfall, das wussten wir zwar schon, waren aber noch nie dort gewesen, wir packten Schwimmsachen und Nachbarkinder ein und fuhren los, ein Traum! Im eiskalten Wasser kann geschwommen werden, die Lage ist wunderschön und auch die Jugendlichen genießen ihn. Der Wasserfall ist einfach ein Traum und wir haben uns versprochen öfters dorthin zu gehen, selbst zu Fuß brauchen wir nur ungefähr fünfzehn Minuten.

 
















Matterhorn



Wir waren wieder oben, diesmal bei etwas mehr Sonne und ein paar mehr Freunden, eine wundervolle Aussicht.



















Max war traurig, weil er sein
 Feuerzeug vergessen hatte

Liebe Grüße von oben


















La Kribienne und Bonne Année


am 31. Dezember sollte es für Marie und Sabine auch schon wieder nach zurück nach Deutschland gehen, wir nahmen früh einen Bus nach Douala, kamen spät in unserem Hotel an und wurden um drei zum Flughafen gebracht, es wurde sich kurz verabschiedet und wir wurden per Shuttle gleich zum Busbahnhof nach Kribi gefahren, um vier Uhr morgens sollte der erste Bus ja schließlich schon losfahren. Natürlich fährt so ein Bus erst, wenn er voll ist und so kamen wir dann um acht oder neun von Douala los und fuhren weiter südlich nach Kribi.
Wir machten eine Wette daraus, wer zuerst das Meer sieht, ich war natürlich der erste, der das blaue Wasser, den Strand und die vielen Palmen ausfindig machte, wir waren an Silvester am Meer, ein tolles Gefühl.
Das Hotel lag am Anfang von Kribi, hat eine wunderschöne Anlage und nette Zimmer mit Klimaanlage und, was das alles noch viel schöner macht: es liegt 200 Meter vom Strand entfernt. Was hielt uns also auf, völlig unausgeschlafen im Meer herumzutollen? Nichts!


Und Kribi ist einfach wundervoll, es ist eine normale Stadt, es gibt einen täglichen Markt, normale Bars und daneben stehen ein paar Hotels. Es ist wenig wie ein Touristenzentrum, Touristen schlafen mehr oder wenig in unmittelbarer Nähe von Bewohnern Kribis. Der Strand wird von allen genutzt, man sieht Pärchen, Jogger und Jugendliche die schwimmen, daneben uns Weiße, die genau das gleiche machen.
Einzig eins störte die Idylle, wir wurden vorgewarnt, das in Kribi oft Taschen gestohlen werden, das passierte uns auch, eine Tasche, ein Handy und eine Kette ein bisschen Geld hier und da liesen sich entwenden, Lauras Tasche wurde sogar von der Flut entwendet. Trotzdem war der Strand der Ort, unser Frühstück, Mittagessen und Abendessen wurde alles in Meeresnähe abgehalten, wollte man mal billiger Essen, gab es was auf dem Markt oder eine Kokosnuss von einer Mami.


Silvester feierten wir mit fast allen Freiwilligen an einem Hotel, es wurde getrunken, teuer gegessen und beim Überschreiten der "12" im Meer mit einem Bierchen angestoßen, danach in Handtuch und Badehose von Vorsätzen und übers alte Jahr geschwärmt.


Wir blieben bis zum 4.01. in Kribi, genossen den Strand, aßen Avocadosalat und frisches Baguette und liesen es uns einfach mal gut gehen, Ferien machen in Kamerun. Die vier Übernachtungen gingen viel zu schnell um, plötzlich saßen wir schon wieder im Bus nach Bamenda und froren eine kalte nach in Bali.
Frühstück am Strand
 

Die Lobé-Wasserfälle, eine der wenigen Wasserfälle
 auf der Welt, die direkt ins Meer Rauschen


Heimbericht Nummer Zwei, fertig.